Ärzte Zeitung online, 28.07.2009

Keine Absagen von Freizeiten wegen Schweinegrippe in Deutschland

HAMBURG(dpa). Deutsche Veranstalter von Jugend-Freizeiten wollen angesichts der weltweit grassierenden Schweingrippe vorerst keine größeren Aktionen absagen. Sie verlassen sich auf die Einschätzung durch die Gesundheitsämter. "Die Entscheidung zur Beendigung eines Camps treffen die Behörden", sagte eine Sprecherin des Bundeslagers vom Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) im rheinland-pfälzischen Buhlenberg.

Zum Start des Camps werden am Mittwoch rund 4000 Jugendliche erwartet.

Das einwöchige Bundeslager des BdP soll nach Veranstalterangaben ohnehin von einem guten Dutzend Ärzten betreut werden. Zudem würde ein Flyer des Robert Koch-Instituts mit Hinweisen zum Grippeschutz verteilt werden. Die Teilnehmer kämen auch nicht uninformiert in das Lager. Viele wüssten, dass sie sich unter anderem mit Händewaschen schützen könnten.

Auch der Westbund des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) und das Kolpingwerk erwägen trotz der Schließung eines Feriencamps am Wochenende in Norwegen keine Absagen solcher Treffen. Absagen einzelner Teilnehmer aus Furcht vor einer Infektion konnten die Veranstalter von Jugend-Freizeiten zunächst nicht feststellen.

Das Kolpingwerk will trotz der internationalen Grippewelle im September eine Jugendwallfahrt in Köln veranstalten. Zu der Wochenend-Veranstaltung werden mehr als 1000 Besucher erwartet. Bei Auslandsreisen richtet sich die Kolpingjugend nach dem Auswärtigen Amt. "Soweit eine Reisewarnung rausgeht, sagen wir die Geschichte ab", sagte die Leiterin der Jugendgemeinschaftsdienste, Annette Fuchs. Derzeit seien nur Aufenthalte in Mexiko aus dem Programm gestrichen. Spezielle Vorkehrungen gebe es nicht. Bei einer Infektion mit der Schweinegrippe werde wie bei jeder anderen Krankheit vorgegangen. Ein ansässiger Arzt entscheide über die Behandlung vor Ort oder den Rückflug.

Auch der CVJM-Westbund gibt wegen der Schweinegrippe keine gesonderten Warnhinweise an Teilnehmer seiner Ferienfreizeiten heraus. "Wir bieten keine Reisen in gefährdete Länder an", sagte der Leiter der Freizeitdienste, Matthias Messinger.

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