Ärzte Zeitung, 03.08.2009

Kommentar

Pandemie belebt den Maoismus

Von Michael Hubert

Die Pandemiepläne stehen, die Staaten sind vorbereitet, bald sollen die Impfungen starten. Ein günstiger Zeitpunkt fürKritiker, sich zu Worte zu melden.

Denn Kritik bedeutet Konflikt, und Konflikt ist einer der stärksten Aufmerksamkeitsfaktoren. Daher fallen Äußerungen, wie jene, bei den Massenimpfungen handele es sich um einen Großversuch an der deutschen Bevölkerung,genauso auf fruchtbaren Boden, wie die, Impfungen seien überflüssig oder Händewaschen bringe nichts.

Was die wissenschaftlichen Grundlagen für ihre Äußerungen sind, bleiben die Absender schuldig. Umgroß rauszukommen, reicht es, gegen den Strom zu Schwimmen.Getreu dem Motto des "Großen Vorsitzenden" Mao: Wer gegen den Strom schwimmt, kommt als Erster zur Quelle. Oft reicht schon das Attribut "pharmakritisch".

Dabei sind sich alle Gesundheitsinstitutionen einig, von der WHO bis hinunter zu den nationalen Behörden: Wir haben seit Jahrzehnten das erste Mal eine Influenza-Pandemie - und erstmals können wir etwas dagegen tun. Das Gute ist, es wird etwas getan. Sollte sich die Pandemie verflüchtigen, umso besser. Aber: Nichts zu tun und abzuwarten, das wäre in der Tat ein Großversuch. Und der könnte tragisch enden.

Lesen Sie dazu auch:
"Die Zulassung der pandemischen Impfstoffe steht auf soliden Füßen"

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[03.08.2009, 20:03:31]
Ronald Meier 
Auf zum lustigen Impfen..
Richtig Herr Hubert!

"nichts unternehmen" ist in dieser Situation die fatalste Form von "etwas unternehmen". Jedes Jahr gibt es Grippeimpfungen, und kein Hahn kräht danach.. alle sind froh dass (Dank der Grippeimpfung) die gefährdeten Bevölkerungsgruppen gut überlebt haben.. zum Beitrag »

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