Ärzte Zeitung online, 03.08.2009

Montgomery: Schweinegrippe-Impfung nicht nur Behörden überlassen

BERLIN (dpa). Die Bundesärztekammer hat davor gewarnt, die geplante Massenimpfung gegen die Schweinegrippe allein den Behörden zu überlassen. "Wir tun uns und den Betroffenen keinen Gefallen, wenn wir lange Schlangen vor den Gesundheitsämtern produzieren", sagte Vizepräsident Frank-Ulrich Montgomery dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagsausgabe).

Außerdem sei stark zu bezweifeln, dass sich etwa chronisch Kranke, die man mit dem Impfangebot ja bevorzugt erreichen müsse, ihre Spritze in einer Amtsstube abholten. "Wir brauchen die Option, dass diese Menschen dort geimpft werden, wo sie sowieso hingehen: bei ihrem behandelnden Arzt."

Angesichts der logistischen Probleme sei es "ein Riesenglück, dass sich die Schweinegrippe als längst nicht so mörderisch erwiesen hat wie befürchtet", sagte der Ärztekammer-Vize. Die Massenimpfung sei nun ein "idealer Testfall": Alle Beteiligten könnten "üben, wie man eine solche Herausforderung am besten auf die Reihe bekommt".

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