Ärzte Zeitung online, 06.08.2009

Schweinegrippe als Ausrede für Urlaubsverlängerung?

LONDON (dpa). Britische Arbeitgeber fürchten einen massenhaften Missbrauch der Schweinegrippe als Ausrede für Krankheitstage. Die Londoner Arbeitsrechtagentur ELAS hat nach eigenen Angaben vom Donnerstag in wenigen Tagen mehr als 1000 Firmenanfragen bekommen, nachdem die Regierung eine Internetseite zur Selbstdiagnose der Grippe startete.

Die Seite verursache eine größere Störung am Arbeitsplatz als die Grippe selbst, sagte ELAS-Sprecher Peter Mooney. "Weil darauf Wert gelegt wurde, die Webseite statt den Hausarzt zu nutzen, um die Infektion und das Übertragungsrisiko abzuschätzen, benötigen die, die zu Hause bleiben, keine ärztliche Bescheinigung."

Die Zahl vorgetäuschter Schweinegrippe am Arbeitsplatz habe erhebliche Auswirkungen für die Wirtschaft, sagte Mooney unter Verweis auf die Vielzahl der Anrufe. "Die Arbeitgeber wollen entschieden dagegen ankämpfen." Wer sich laut Internetseite mit der Schweinegrippe infiziert hat, soll bis zu sieben Tage zu Hause bleiben. Mit der Internetseite sollte ursprünglich die Pandemie am Arbeitsplatz eingeschränkt und die Warteliste beim Arzt für dringende Fälle gekürzt werden. Die Arbeitgeber hätten aber den Eindruck, dass ihre Mitarbeiter diesen Test zur Verlängerung des Sommerurlaubs nutzen.

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