Ärzte Zeitung online, 24.08.2009

Bund und Länder weiter uneins über Schweinegrippe-Impfung

BERLIN (dpa). Die Vorbereitungen für die geplante Schweingrippe-Massenimpfung für mehr als 35 Millionen Bundesbürger haben einen Rückschlag erlitten.

 Bund und Länder konnten sich am Montag nicht über die Übernahme der Kosten einigen, wenn mehr als die Hälfte der gesetzlich Versicherten geimpft werden will (wie kurz berichtet). Die Vertreter gingen ohne Ergebnis auseinander, hieß es aus Verhandlungskreisen. Der Bund beharrte demnach auf einer Kostenteilung, während Ländervertreter dies ablehnten. Sie kritisierten, dass zuvor keine Kosten für die Bundesländer vereinbart worden seien. Es bestehe aber die Notwendigkeit, möglichst bald weiter zu verhandeln.

Die Gesundheitsminister der Länder wollen an diesem Dienstag in einer Telefonkonferenz über die Impfaktion beraten. "Wir sind an einer zügigen Bestellung interessiert, damit jeder Bürger in diesem Jahr geimpft werden, kann", sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz. Thüringen hat den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz der Länder.

Die Krankenkassen zahlen zunächst den Impfschutz für bis zu 35 Millionen Menschen, vor allem chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal. Bund und Länder wollen den Weg dafür ebnen, dass sich jeder impfen lassen kann, der dies möchte. Der Bund rechnet mit mehr als 60 Millionen Menschen.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Asthma – oder nur zu dick?

Wenn keuchende, schwer übergewichtige Patienten in der Praxis über "Asthma" klagen, ist Vorsicht geboten. Denn oft sind die Symptome kein pneumologisches Problem. mehr »

WHO veröffentlicht die ICD-11

Nach 26 Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation die Klassifikation der Todesursachen und Krankheiten auf eine neue Grundlage gestellt. Die ICD-11 ist am Montag veröffentlicht worden. mehr »

Warum Patienten aggressiver werden

Dass Patienten Ärzte verbal angreifen und bedrohen, kommt in Deutschland immer häufiger vor. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vielerorts wappnen sich Mediziner in Praxen und Kliniken gegen die stärker aufkommende Gewalt. mehr »