Ärzte Zeitung online, 26.08.2009

Pädiater kritisieren RKI-Hinweise zur Schweinegrippe

NEU-ISENBURG (bee). Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hält die Hinweise des Robert-Koch-Institutes (RKI) bei Verdacht auf Schweinegrippe bei Kindern für "völlig überzogen".

Pädiater kritisieren RKI-Hinweise zur Schweinegrippe

Foto: GSK / www.fotolia.de

Der Verband wies in einer Mitteilung darauf hin, dass nach den Vorgaben des RKI keine geregelte Patientenversorgung in Kinder- und Jugendarztpraxen möglich sei.

Das RKI schreibt in Hinweisen zur Feststellung und Meldung bei Verdacht auf Neue Influenza vor, dass jeder Patient mit Husten und einer Temperatur über 38 Grad Celsius isoliert werden müsse. "Mit dieser Anordnung hat man offensichtlich nur die Situation erwachsener Patienten gesehen, die besonderen Verhältnisse bei Kindern aber völlig ignoriert", so der BVKJ. Der Verband befürchtet, dass mit dieser Vorgabe Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen aus Zeitgründen nicht mehr möglich sind und Patienten hohe Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Daher fordert BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann das Bundesgesundheitsministerium und das RKI auf, die Anordnung mit Blick auf die pädiatrische Versorgung anzupassen.

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