Ärzte Zeitung online, 30.08.2009

Schweinegrippe: Impfung von schwangeren Frauen?

NEU-ISENBURG (gwa). Immer wieder wird gefragt: Sind denn die Impfstoffe gegen die Schweinegrippe an Schwangeren getestet worden? Die Antwort ist nein. Dennoch empfiehlt die WHO, vorrangig auch Schwangere gegen Schweinegrippe zu impfen. Für die Impfstoffverstärker in den Vakzinen gibt es keine Hinweise, dass sie Fehlbildungen oder Frühgeburten auslösen.

Schweinegrippe: Impfung von schwangeren Frauen?

Die WHO empfiehlt, Schwangere gegen Influenza und Schweinegrippe zu impfen.

Foto: Bobby Earle©www.fotolia.de

Klinische Studien mit schwangeren Frauen gibt es aus ethischen Gründen nicht. Deshalb gibt es Erfahrungswerte etwa mit Impfungen oder Medikamenten bei Schwangeren nur aus Beobachtungen. Zum Beispiel, wenn Frauen geimpft werden oder Medikamente einnehmen und zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass sie schwanger sind.

Außerdem werden Wirkstoffe in Tierversuchen darauf untersucht, ob sie zu Fehlbildungen führe oder die Rate an Fehl- oder Frühgeburten erhöhen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt die vorrangige Impfung von Schwangeren gegen das Schweinegrippe-Virus A/H1N1. Ein möglicher Grund ist, dass in den beiden Influenza-Pandemien 1918 und 1957 Schwangere offenbar ein höheres Risiko hatten, schwer zu erkranken oder zu sterben. Allerdings ist die Datenlage dafür schwach, so das Paul-Ehrlich-Institut in seiner Mitteilung.

Dennoch gibt es für die Schweinegrippe Beobachtungen, wonach Schwangere besonders gefährdet zu sein scheinen. Auch scheint das Risiko scheint mit Dauer der Schwangerschaft zu steigen. Das Risiko der Schwangeren wird ähnlich hoch eingeschätzt wie das der chronisch Kranken.

Auch bei der saisonalen Influenza besteht ein höheres Risiko von Influenza-bedingter Hospitalisierung. Die WHO empfiehlt eine Impfung von gesunden Schwangeren mit saisonalen Grippeimpfstoffen zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft.

Für die in den Schweinegrippe-Impfstoffen enthaltenen Adjuvanzien (MF59 und AS03) haben sich in Tierversuchen zur Embryotoxikologie keine Hinweise auf Schädigungen ergeben, weder im Hinblick auf Fehlbildungen oder Fehlgeburten, wie das PEI mitteilt.

Infos zur Arzneimittelwirkung bei Schwangeren und in der Stillzeit gibt es etwa auf www.embryotox.de und www.reprotox.de/

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