Ärzte Zeitung online, 07.09.2009

Schweinegrippe: 72 Prozent der Baden-Württemberger gegen Impfung

NEU-ISENBURG (eb). Die Mehrheit der Baden-Württemberger will sich im Herbst nicht gegen die sogenannte Schweinegrippe impfen lassen. Das zeigt eine aktuelle DAK-Studie. In der repräsentativen Umfrage sagten nur neun Prozent der Befragten im dem Bundesland, dass sie sich "ganz sicher" impfen lassen wollen.

Schweinegrippe: 72 Prozent der Baden-Württemberger gegen Impfung

Foto: GSK, www.fotolia.de

Dagegen gaben 72 Prozent an, dass sie die Vorbeugung "auf keinen Fall" (40 Prozent) oder "wahrscheinlich nicht" (32 Prozent) in Anspruch nehmen werden, so die DAK in einer Mitteilung.

Die Ergebnisse der DAK-Studie zeigen deutliche regionale Unterschiede bei der Impfbereitschaft. So ist die Ablehnung in Baden-Württemberg und Bayern besonders hoch.

Dagegen lehnen beispielsweise in Berlin und den neuen Ländern derzeit nur 44 Prozent der Bevölkerung eine Impfung ab. 23 Prozent der Menschen in Ostdeutschland gaben sogar an, sich "ganz sicher" impfen zu lassen.

"Unsere Umfrage zeigt derzeit ein realistisches Bild, da die meisten Erkrankungen in Deutschland zum Glück sehr milde verlaufen", sagt DAK-Sprecher Daniel Caroppo aus Stuttgart. "Sollte sich in einigen Wochen die Situation wieder verschärfen, wird dies sicher auch die Impfbereitschaft sprunghaft erhöhen. Wir sind weiterhin für eine sachliche Aufklärung."

Derzeit sehen nur drei Prozent der Baden-Württemberger für sich selbst eine "sehr große" Gefahr, sich in den nächsten Wochen an der Schweinegrippe zu infizieren. 83 Prozent gaben an, dass sie die Gefahr als "eher niedrig" oder "sehr niedrig" bewerten. Im Vergleich zu den anderen Bundesländern ist Baden-Württemberg und Bayern die Angst vor einer persönlichen Erkrankung besonders niedrig.

Mit 77 Prozent fühlt sich die überwiegende Mehrheit der Baden-Württemberger durch Politik, Medien und Experten zum Thema Schweinegrippe und den möglichen Gefahren derzeit ausreichend informiert.

Für die DAK-Studie wurden in der Zeit zwischen dem 1. und 4. September 1.001 Menschen im Alter von 18 bis 60 Jahren befragt, davon 130 in Baden-Württemberg (repräsentative Forsa-Befragung)

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Die USA wollen auch alle Kinder gegen H1N1 impfen - in Deutschland utopisch?

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