Ärzte Zeitung online, 30.09.2009

Schweinegrippe: Machen Schulschließungen Sinn?

LONDON (ars). 60 Prozent der Schweinegrippe-Kranken sind 18 Jahre oder jünger. Ob Schulschließungen daher ein Mittel sind, die Pandemie abzuschwächen, diskutiert Dr. Simon Cauchermez in einer Übersicht.

Kinder gelten als relevante Überträger der Infektion, sie sind für viele Virenstämme anfälliger als Erwachsene, und der Kontakt in Schulen ist eng. Analysen früherer Grippe-Pandemien ergaben: 1957, als hauptsächlich Kinder die Überträger waren, hatten Schulschließungen einen starken Effekt, 1918 einen mittleren und 1968, als Kinder und Erwachsene etwa gleich häufig erkrankten, einen geringen (Lancet 9, 2009, 473).

Einem optimistischen Szenario zufolge lässt sich die Erkrankungsrate durch Schulschließungen um 15 Prozent senken. Im Winter müsse diese Maßnahme neu überdacht werden.

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