Ärzte Zeitung, 08.10.2009

Neue Grippe irritiert Gäste in Restaurants nicht

Deutscher Hotel- und Gaststättenverband entwickelt Merkblatt / Ansteckungsgefahr ähnlich wie in Arztpraxen

KÖLN (iss). Nicht nur Arztpraxen sind potenzielle Orte für eine Ansteckung mit Schweinegrippe. Viele Menschen kommen auch in Restaurants und Hotels zusammen. Wie sieht dort eigentlich der Schutz aus - so die Frage eines Lesers.

Neue Grippe irritiert Gäste in Restaurants nicht

Weder bei Gästen noch bei Betreibern von Hotels und Gaststätten gibt es bisher Überreaktionen aus Angst vor der Schweinegrippe. "Wir haben es durch frühzeitige Informationen geschafft, dass es noch zu keiner Hysterie gekommen ist", sagt Stefanie Heckel, Sprecherin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) auf Anfrage der "Ärzte Zeitung".

Beim Bundesverband und den Landesverbänden seien viele Anfragen zur Neuen Grippe eingegangen, sagt sie. Der Dehoga hat für seine Mitglieder deshalb schon frühzeitig ein Merkblatt mit branchenspezifischen Informationen rund um das Thema entwickelt, das laufend aktualisiert wird. Neben allgemeinen Angaben und Informationsquellen finden Interessierte dort Antworten auf häufig gestellte Fragen, etwa "Wir informiere ich meine Mitarbeiter und Gäste?" oder "Was ist zu tun, wenn ein Gast Grippe-Symptome zeigt beziehungsweise an A/H1N1 erkrankt?" Der Dehoga empfiehlt den Unternehmen, einen Pandemieplan zu erarbeiten.

In vielen Betrieben würden Verhaltensmaßnahmen offensiv mit den Mitarbeitern besprochen, berichtet Heckel. Die Kommunikation mit den Gästen sei von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. "Nicht jedes Hotel legt gleich am Empfang ein Merkblatt aus, aber für Nachfragen sind alle sensibilisiert." Stornierungen aus Angst vor der Neuen Grippe sind ihr bislang nicht bekannt. "Niemand hat bisher Großveranstaltungen oder Reisen abgesagt", sagt Heckel.

An die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten wenden sich Mitarbeiter aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe, weil sie Fragen zum Thema haben, beispielsweise zu Infektionsschutzmaßnahmen sowie Impf- und Behandlungsmöglichkeiten. Zwar handelt es sich bei der Neuen Grippe nicht um eine Berufskrankheit, aber auch die Berufsgenossenschaft hat allgemeine Informationen zusammengestellt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »