Ärzte Zeitung, 08.10.2009

Schweinegrippe: STIKO klärt die Prioritäten für die Pandemie-Impfung

Gesundheitsdienst, Chroniker und Schwangere zuerst

BERLIN (eis). Beschäftigte im Gesundheitsdienst, chronisch Kranke, Schwangere: Diese drei Gruppen sollen nach den jetzt publizierten STIKO-Empfehlungen zuerst gegen Schweinegrippe geimpft werden.

Schweinegrippe: STIKO klärt die Prioritäten für die Pandemie-Impfung

Foto: GSK / www.fotolia.de

Die Empfehlungen zur Pandemie-Impfung sind jetzt vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht worden. Danach sollen sofort nach Verfügbarkeit der Impfstoffe Beschäftigte in Gesundheitsdienst und Pflege mit Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material den Schutz erhalten, außerdem chronisch Kranke im Alter ab 6 Monaten und Schwangere. Es folgen Kinder, jüngere und ältere Erwachsene. Zur Zahl der nötigen Impfungen nimmt die STIKO keine Stellung, hierzu gibt es aber (vorläufige) Empfehlungen von RKI und Paul Ehrlich-Institut (PEI). Danach sollen Kinder bis 9 Jahre zweimal eine halbe und über 60-Jährige zweimal eine volle Erwachsenendosis im Abstand von drei Wochen erhalten. Für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter 60 Jahre wird hingegen zunächst nur eine Impfung empfohlen.

Für Schwangere rät die STIKO zu einem nicht-adjuvantierten Pandemie-Impfstoff, den es in Europa bisher nicht gibt. PEI und RKI empfehlen daher, bis zur Verfügbarkeit Schwangere nach individueller Nutzen-Risiko-Analyse auch mit dem adjuvantierten Impfstoff zu impfen. Der georderte adjuvantierte Impfstoff Pandemrix® soll ab dem 19. Oktober zur Verfügung stehen.

Die STIKO-Empfehlungen im Originaltext finden Sie im Epidemiologischen Bulletin 41/2009

Lesen Sie dazu auch:
"Jeder sollte die Möglichkeit zur Pandemie-Impfung haben"
Schweinegrippe: Zahl der Impfdosen hängt vom Alter ab
Zunächst auch adjuvantierte Schweinegrippe-Vakzine für Schwangere

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Chancen gegen Pandemie nutzen!

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können auch das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »

Liebe überwindet geistige Behinderung

Eine Anlaufstelle in Mainz kümmert sich, wenn Menschen mit geistiger Behinderung wegen unerfüllter Sehnsucht nach Lust und Liebe das Herz schwer ist. Anfragen kommen aus ganz Deutschland. Trotzdem droht die Schließung. mehr »

Putzen schadet der Lunge ähnlich wie Rauchen

Schlechte Nachrichten für Sauberkeitsfans: Wer regelmäßig Reinigungsmittel benutzt, schadet seiner Lunge so, als ob man jahrelang raucht. Diesen Effekt fanden Forscher aber nur bei Frauen – doch sie haben dafür eine Erklärung. mehr »