Ärzte Zeitung, 23.10.2009

Klare Regeln für Impfung bei Schwangeren

Impfung mit Pandemrix® bei Schwangeren durch Zulassung gedeckt / EMEA hält Datenlage für ausreichend

NEU-ISENBURG (mut). Sollen Schwangere gegen H1N1 geimpft werden, wird dafür derzeit nur der adjuvantierte Spaltimpfstoff Pandemrix® empfohlen - zumindest solange, bis es auch einen nicht adjuvantierten Spaltimpfstoff gibt.

Impfen oder nicht impfen? Einerseits sind Schwangere besonders gefährdet für schwere und fatale Infektionsverläufe - sie würden eine Impfung eigentlich dringend benötigen, andererseits gibt es bislang keinen H1N1-Impfstoff, der die Kriterien der Ständigen Impfkommission (STIKO) erfüllt. So empfiehlt die STIKO, dass Schwangere einen nicht adjuvantierten Spaltimpfstoff erhalten sollten - ein solcher liegt frühestens Mitte November vor.

Derzeit gibt es in Deutschland jedoch nur einen adjuvantierten Spaltimpfstoff (Pandemrix®) und einen nicht adjuvantierten Ganzvirusimpfstoff (Celvapan®). In dieser Situation raten Paul-Ehrlich- und Robert-Koch-Institut zu Pandemrix®, wenn eine Impfung erwogen wird. Der Hintergrund: Die Zulassungsbehörde EMEA hält die Datenlage für ausreichend, um eine Impfung von Schwangeren mit einem adjuvantierten Spaltimpfstoff zu vertreten.

Die Anwendung von Pandemrix® bei Schwangeren ist somit von der Zulassung abgedeckt, berichtet das RKI und tritt somit Ärzte-Funktionären wie Frank Ulrich Montgomery entgegen, die Celvapan® statt Pandemrix® für Schwangere forderten.

Voraussetzung für die Impfung ist jedoch eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Analyse: Besonders gefährdet sind etwa Schwangere mit weiteren Grunderkrankungen, weiteren Kindern im Haushalt oder einem hohen beruflichen Expositionsrisiko.

Lesen Sie dazu auch:
Impfstoff für Schwangere ab Mitte November erwartet

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Schweinegrippe-Impfung: Auf die Ärzte kommt es jetzt an

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wenn Kokain auf Brust und Herz schlägt

Down nach dem High: Ein junger Mann kommt mit Brustschmerzen in die Notaufnahme, er hat am Tag zuvor Kokain konsumiert. Die Diagnostik ergibt einen überraschenden Befund. mehr »

Immer mehr BU-Fälle durch die Psyche

Der lange Arm der Leistungsgesellschaft oder einfach bessere Diagnose? Eine sprunghaft steigende Anzahl von Arbeitnehmern scheidet wegen psychischer Probleme vorzeitig aus dem Berufsleben aus. mehr »

Fehlerquelle Entlassbriefe

Unbekannte Abkürzungen und Therapieempfehlungen, die nicht zum Befund passen: Eine Umfrage unter Hausärzten deckt Verbesserungspotenzial in Entlassbriefen auf. mehr »