Ärzte Zeitung online, 23.10.2009

Frust in den USA: Zurzeit nicht genug Schweinegrippe-Impfdosen

WASHINGTON (dpa). In den USA wächst der Frust über die langsame Auslieferung des Impfstoffes gegen die Schweinegrippe. 250 Millionen Dosen hat die US-Regierung bestellt. 120 Millionen sollten gegen Ende Oktober bereits zur Verfügung stehen, aber mittlerweile haben die Gesundheitsbehörden ihre Prognosen heruntergeschraubt.

Maximal 40 Millionen Dosen sind es jetzt, die wahrscheinlich bis Anfang November ausgeliefert sein werden

Nach Medienberichten vom Freitag sind an vielen Orten in den USA geplante Massen-Impfungen in Schulen, Krankenhäusern, Kirchen und auch Supermärkten verschoben worden. Dort, wo sie vorgenommen werden, bilden sich oft lange Schlangen, wie etwa in Rockville bei Washington, wo Bürger kürzlich bis zu viereinhalb Stunden lang auf ihren "Shot" warteten, um dann abgewiesen zu werden: Der Impfstoff war ausgegangen. Arztzentren in New York berichten über eine Flut von Anrufen: Zunehmend besorgte Patienten erkundigten sich, wann sie sich impfen lassen könnten, berichtete die "Washington Post".

Allerdings bedeutet dieser Ansturm nicht, dass die meisten Amerikaner gegen die Schweinegrippe immunisiert werden wollen. Nach einer Umfrage wollen 35 Prozent der Erwachsenen "ganz bestimmt" das Impfangebot annehmen. Fast 40 Prozent aller Eltern gaben an, dass sie nicht vorhätten, ihre Kinder impfen zu lassen. Drei von zehn Erwachsenen haben Zweifel, dass der Impfstoff "sicher" ist. Die Warteschlangen seien schlicht darauf zurückzuführen, dass der Impfstoff für jene, die ihn haben wollten, zurzeit noch rar sei, erklärt die "Washington Post".

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