Ärzte Zeitung, 28.10.2009

Kommentar

Impfung gegen Schweinegrippe: Die Story mit dem Einhorn im Garten

Von Michael Hubert

Impfgegner und Anhänger "alternativer Heilkunst" argumentieren gerne nach Schema des Einhorns im Garten. A: "In meinem Garten steht ein Einhorn." B: "Cool - lass mal sehen." A: "Geht nicht, es ist unsichtbar." B: "Naja, dann lass es mich wenigstens mal anfassen." A: "Tja, geht leider auch nicht, es ist winzig klein." B: "Ach du spinnst ja, hast gar kein Einhorn im Garten." A: "So? Dann beweis mir doch, dass ich keines habe."

Diesmal ist es kein Einhorn im Garten, diesmal sind es Nanopartikel im Pandemie-Impfstoff. Warnungen vor solchen Partikeln landeten auch bei der "Ärzte Zeitung". Was ist dran? Nichts! So lautet die Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Instituts. Aber: Die lügen doch, die haben das nicht bewiesen, wird erwidert. So geht nun mal das Einhornspiel. Ergebnis ist wieder erneut Verunsicherung. Ziel erreicht, freuen sich die Initiatoren der Nanopartikel-Story.

Rationaler Logik fähige Menschen sollten das Einhornspiel auf keinen Fall mitspielen. Es lässt sich nicht gewinnen. Das etwas nicht ist, lässt sich nicht beweisen. Es gilt: Wer etwas behauptet, ist beweispflichtig. Und je abstruser, je unwahrscheinlicher die Behauptung ist, desto größer ist die Beweislast des Behauptenden. Das gebietet schon der gesunde Menschenverstand.

Lesen Sie dazu auch:
Nanopartikel im Impfstoff gegen Schweinegrippe? Da ist nichts dran!

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »