Ärzte Zeitung, 28.10.2009

Nanopartikel im Impfstoff gegen Schweinegrippe? Da ist nichts dran!

Nanopartikel - so lautet das neue Argument im Kampf gegen die H1N1-Impfung. Doch Fehlalarm.

Von Michael Hubert

Foto GSK, www.fotolia.de

Im Impfstoff gegen die Schweinegrippe sind Nanopartikel. Die durchlöchern die Zellwände und zerstören die Mitochondrien, wird in Rundschreiben verbreitet. Initiator ist eine Gruppe von Virusleugnern. Vor Jahren hatte dieselbe Gruppe deutsche Gesundheitsinstitutionen mit Serienbriefen überzogen. Tenor: Wann, wo und wie wurde die Existenz von Masernviren bewiesen? Viele Gesundheitsämter, aber auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und das Robert-Koch-Institut antworteten. Die Initiatoren verbuchten das als Erfolg.

Diesmal sind es Nanopartikel. Deren Existenz als Adjuvans im Pandemie-Impfstoff wird behauptet. Das PEI hat sich damit bereits auseinandergesetzt. In einer Stellungnahme heißt es: "Die Wirkverstärker enthalten Polysorbat, hergestellt aus pflanzlichen Ausgangsstoffen, und andere in der Natur vorkommende Stoffe wie Vitamin E und Squalen. Bei allen Stoffen handelt es sich um Substanzen oder Substanzklassen, die zum Teil schon seit Jahrzehnten in der Arzneiherstellung verwendet werden und die biologisch abbaubar sind. Auch wenn einige dieser Komponenten in einem Größenbereich angesiedelt sind, der im Bereich von Nanometern liegt, handelt es sich dabei nicht um technologisch gezielt hergestellte Nanopartikel, insbesondere nicht um Nanopartikel aus Metallen oder Kunststoffen."

Das PEI führt die Behauptung von Nanopartikeln in der Pandemie-Vakzine und die damit verbundenen Anfragen beim Institut auf einen Text in "Nature Biotechnology" zurück. Darin wurde mit Protein-beschichteten Nanopartikeln versucht, in dendritischen Zellen von Lymphknoten eine Immunantwort zu erzeugen. Gearbeitet haben die Forscher mit Mäusen!

Dass freie Nanopartikel Gefahren bergen, ist unstrittig. Werden etwa Oberflächen damit industriell beschichtet, zum Beispiel mit Nanosilber, sind entsprechende Absaugvorrichtungen Pflicht. In Impfstoffen befinden sich solche Partikel allerdings nicht.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Impfung gegen Schweinegrippe: Die Story mit dem Einhorn im Garten

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jeder dritte Brustkrebs im MRT übersehen

MRT-Bilder helfen, Brustkrebs früh aufzuspüren – doch in vielen Fällen gelingt das nicht. Eine niederländische Studie ergab: Jedes dritte Karzinom ist im MRT übersehen worden. mehr »

Neun Millionen Klinik-Infektionen jährlich

15:41Infektionen in Krankenhäusern und Pflegeheimen sind in Europa ein großes Problem. Jährlich infizieren sich dort rund neun Millionen Bürger, berichtet die EU-Seuchenbehörde. Die Gründe: Übermäßiger Einsatz von Antibiotika und Mängel bei der Infektionskontrolle. mehr »

Bangen und Hoffen bei Auslands-Briten

Das Ringen um einen Brexit-Vertrag geht auf die Zielgerade. Doch für EU-Bürger auf der Insel und Auslands-Briten ist es eine Zeit des Wartens. Das macht Großbritannien für qualifizierte Fachkräfte nicht attraktiver, meine unser Blogger Arndt Striegler. mehr »