Ärzte Zeitung online, 30.10.2009

WHO-Gremium: Eine Schweinegrippe-Impfdosis genug

GENF (dpa). Für die Schweinegrippe-Impfung reicht nach Expertenurteil in der Regel eine Dosis aus. Die Impfung könne in den meisten Fällen zusammen mit der saisonalen Grippeimpfung geschehen, und es gebe zudem keinen Grund, Schwangere nicht zu impfen, berichtete die WHO am Freitag in Genf.

Die WHO stützt sich dabei auf das Urteil ihrer strategischen Beratergruppe der Impfexperten (SAGE, Strategic Advisory Group of Experts on immunization).

Die Impfexperten hatten die verfügbaren Studien und Erfahrungen aus Massenimpfkampagnen ausgewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass eine einzelne Impfdosis bei allen Menschen im Alter von mindestens sechs Monaten eine ausreichende Immunantwort gegen das neuartige H1N1-Virus erzeugt. Dies gelte für alle zugelassenen Pandemie-Impfstoffe weltweit, sowohl für solche mit abgeschwächten Lebendviren, als auch für solche mit abgetöteten Erregern, mit oder ohne Wirkverstärker (Adjuvans), erläuterte die WHO-Direktorin für Impfstoffforschung, Marie-Paule Kieny.

Die Sicherheit aller zugelassenen Pandemie-Impfstoffe werde von den SAGE-Experten als gut beurteilt, sagte Kieny. Sie könnten in der Regel auch gemeinsam mit der saisonalen Grippeimpfung gespritzt werden. Nur Vakzine auf Basis abgeschwächter Lebendviren sollten nicht kombiniert werden. Schwangere, die vor allem im zweiten und dritten Trimester besonders durch die Schweinegrippe gefährdet seien, könnten nach Ansicht der Experten mit allen zugelassenen Vakzinen geimpft werden.

Die SAGE-Gruppe berät die WHO unabhängig in Impffragen. Mitglied kann laut Kieny nur werden, wer keinen Interessenkonflikt etwa durch Tätigkeiten für entsprechende Pharmafirmen hat.

www.who.int/csr/disease/swineflu/en/index.html

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Resolution gegen DSGVO-Verunsicherung und Abmahn-Angst

Nach einer ersten Abmahnwelle in Bremen wächst bei Ärzten die Verunsicherung wegen der Datenschutzgrundverordnung. 60 Verbände und die KBV haben darauf nun reagiert. mehr »

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Neue Leitlinie stärkt medikamentöse ADHS-Therapie

In den neuen S3-Leitlinien zu ADHS wird die medikamentöse Therapie bei mittelschweren Symptomen gestärkt. Experten betonen aber, dass die Arzneien nur ein Teil eines umfassenden Therapiekonzepts sein dürfen. mehr »