Ärzte Zeitung, 02.11.2009

RKI: Schweinegrippe-Welle baut sich in Deutschland auf

Institut rechnet mit schweren Verläufen / Aufruf zu Impfungen

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Foto: axel kock ©www.fotolia.de

BERLIN/BONN (ble/dpa). Die Schweinegrippe breitet sich in Deutschland immer schneller aus. "Die Welle hat begonnen aus epidemiologischer Sicht", sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) Professor Jörg Hacker am Montag in Berlin.

Besondere Aktivität entwickele H1N1 derzeit in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Bisher hätten sich knapp 30 000 Bundesbürger mit der Grippe angesteckt, sechs seien gestorben. Vergangene Woche war zum ersten Mal eine 48-jährige Frau ohne Vorerkrankungen an den Folgen der Grippe gestorben (wir berichteten).

Die Zahl der binnen Wochenfrist Infizierten erhöhte sich Hacker zufolge um etwa 40 Prozent auf 3075 Fälle. Inzwischen seien 27 Prozent aller untersuchten Proben von Patienten mit Grippeverdacht positiv auf H1N1. Hacker rechnet mit einem Anstieg schwerer Krankheitsverläufe und mit mehr Todesfällen. Bisherige Tests am RKI mit über 400 Viren hätten aber ergeben, dass das Virus derzeit noch keine erhöhte Pathogenität aufweise, so der Wissenschaftler.

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Die zweite Schweinegrippe-Welle hat sich in der vorletzten Woche (43.KW) mit einer starken Zunahme der Erkrankungen angekündigt.

Der Leiter des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn, Professor Christian Drosten, rief dazu auf, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. "Bei der Erkrankung handelt es sich um eine schwer wiegende allgemeine Virusinfektion, die erheblich stärkere Nebenwirkungen zeitigt, als sich irgendjemand vom schlimmsten Impfstoff vorstellen kann."

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