Ärzte Zeitung online, 05.11.2009

Schweinegrippe: Neun Tote in Deutschland mit H1N1-Virusnachweis

STUTTGART/KÖLN (dpa) In Deutschland sind bislang neun Todesfälle im Zusammenhang mit der Schweinegrippe bekannt geworden. Allein am Mittwoch meldeten Kliniken und Behörden drei weitere Fälle. In Berlin starb nach Auskunft der Gesundheitsverwaltung ein 40 Jahre alter Mann, der mit dem neuen Virus H1N1 infiziert gewesen war.

Der Mann sei vor rund einer Woche wegen einer Lungenentzündung in eine Klinik gekommen und am Montag überraschend an Herz-Kreislaufversagen gestorben, teilte die Verwaltung am Mittwoch mit. Eine Obduktion soll klären, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Tod des Patienten und dem H1N1-Infektion gibt.

Am Klinikum Stuttgart war eine 52 Jahre alte Frau, die mit dem H1N1-Virus infiziert war, gestorben. Sie hatte eine chronische Vorerkrankung. Im Heidelberger Universitätsklinikum war schon am Sonntag ein 28-Jähriger gestorben, der an Schweinegrippe erkrankt war. Nach Klinikangaben vom Mittwoch litt der Patient aus Rheinland- Pfalz unter schwersten Erkrankungen an Leber und Niere und war auf der Warteliste für eine Organtransplantation. Unklar blieb auch bei dem 28-Jährigen, ob die H1N1-Infektion letztlich den Tod verursacht hat.  

     Internationale Gesundheitsexperten sorgen sich um den Erfolg der Impfkampagne, weil schwere Erkrankungen fälschlich als Nebenwirkungen der Schweinegrippe-Impfung angesehen werden könnten. Die Präsidentin des Schweizerischen Impfkomitees, Professor Claire-Anne Siegrist ist nicht im Mindesten besorgt wegen der tatsächlichen Nebenwirkungen der Impfstoffe. Jedoch sei sie geradezu "in Panik wegen allem, was den neuen wirkverstärkten Impfstoffen angehängt werden wird".

   Siegrist mahnt gemeinsam mit Kollegen aus der ganzen Welt im Fachjournal "The Lancet", unerklärliche schwere Erkrankungen kämen in einer ausreichend großen Bevölkerungsgruppe immer wieder vor. Das gelte auch für Geimpfte, ohne dass der Impfstoff damit irgendetwas zu tun haben müsse. Dies müsse bei der Beurteilung potenzieller Nebenwirkungen eines Impfstoffs bedacht werden.

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