Ärzte Zeitung online, 06.11.2009

Professor: Deutsche sollten sich gegen Schweinegrippe impfen lassen

DRESDEN (dpa). Die Deutschen sollten sich nach Ansicht von Professor Gerhard Ehninger aus Dresden gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Die Nebenwirkungen seien harmlos im Vergleich zu der von H1N1-Viren ausgelösten Krankheit.

Berichte über die Probleme auf der südlichen Halbkugel, wo derzeit die Wintergrippesaison auslaufe, belegten, wie potent dieses Virus bereits sei. "Auf unsere Einwohnerzahl hochgerechnet, haben wir mit etwa 500 Toten in den kommenden Monaten in Deutschland zu rechnen, darunter auch Kerngesunde, Kinder und Jugendliche." Rund 1000 müssten künstlich beatmet werden, sagte der Direktor der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Dresden am Freitag zur dpa.

"Dies wird zeitweise zu Engpässen bei Beatmungsplätzen führen und Operationen müssen deshalb verschoben werden", so Ehninger. "Dies alles kann durch eine Impfung vermieden werden."

   In den USA, die einen anderen Impfstoffhersteller als Deutschland wählten, sei nur wenig Impfstoff da. "Dort stehen viele stundenlang Schlange oder werden nicht geimpft". Der in Deutschland verwendete Impfstoff werde von vielen als besser eingeschätzt.

"Um möglichst viele Menschen versorgen zu können, wurde die (inaktive) Virusmenge in einer Spritze niedrig gewählt und entschieden, einen Impfverstärker mit einzusetzen." Das Virus lasse sich nämlich nicht schnell genug in Hühnereiern oder Zellkulturen vermehren, um ohne diesen Verstärker ausreichend Impfstoff herzustellen.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »