Ärzte Zeitung online, 06.11.2009

WHO ruft zur Grippe-Hilfe für Ukraine auf

KIEW (dpa). Die WHO hat wegen der besonders schweren Grippewelle in der Ukraine die internationale Gemeinschaft um Hilfe für das krisengeschüttelte Land gebeten. Das Land brauche dringend Medikamente, medizinisches Personal und Diagnosemittel, sagte der Leiter der seit Wochenbeginn in der Ukraine tätigen WHO-Delegation, Jukka Pukkila, am Freitag in Kiew.

Landesweit fehle es an Testmöglichkeiten, um alle Grippe-Infizierte auf die neuen H1N1-Viren (Schweinegrippe) zu überprüfen. Die WHO geht allerdings davon aus, dass bei vielen der insgesamt bislang 109 Grippetoten in der Ukraine das Schweinegrippe-Virus Todesursache ist. Bei 47 Toten sei das Virus nachgewiesen worden, sagte Pukkila. Die anderen Ergebnisse stünden noch aus.

"Angesichts der Situation in den besonders stark befallenen Gebieten im Westen des Landes können wir vermuten, dass wir es dort mit einer H1N1-Epidemie zu tun haben könnten", sagte Pukkila. Nach WHO-Schätzungen ist die Zahl der Grippe-Infizierten inzwischen auf mehr rund 763 000 gestiegen.

Die Ukraine hat allerdings kein Geld für die teuren Tests, die Schweinegrippe von der saisonalen Grippe unterscheiden. Nach WHO-Angaben wird die Lage in der West-Ukraine dadurch erschwert, dass ein Viertel des medizinischen Personals angesteckt ist.

"Für eine Impfkampagne ist es in der Ukraine noch nicht zu spät", sagte der finnische Arzt. Da es weltweit jedoch zu wenig Impfstoff gebe, untersuche die WHO derzeit, welche Gebiete in der Ukraine mit welchem Medikament versorgt werden soll, sagte Pukkila. Zudem nahmen Experten der EU am Freitag ihre Arbeit in der Ukraine auf. Sie sollen die Ursachen der Grippeepidemie ermitteln, Empfehlungen geben und die EU-Hilfe koordinieren.

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