Ärzte Zeitung online, 07.11.2009

Schweinegrippe löst in Ukraine Streit um Wahl aus

KIEW/MOSKAU (dpa). Nach zahlreichen Todesfällen im Zusammenhang mit der Schweinegrippe ist in der Ukraine eine Debatte um die Verschiebung der für Januar geplanten Präsidentenwahl entbrannt.

Ein Berater von Staatsoberhaupt Viktor Juschtschenko habe als neuen Termin den 30. Mai ins Spiel gebracht, falls in der Ex-Sowjetrepublik wegen der Epidemie der Notstand ausgerufen werde. Das berichteten Medien in Kiew am Samstag.

Politische Beobachter schließen nicht aus, dass Juschtschenko, der in Umfragen weit abgeschlagen liegt, mit einer Verschiebung auch Zeit für eine Aufholjagd gewinnen will. Juschtschenkos Kontrahentin, Regierungschefin Julia Timoschenko, sprach sich am Samstag klar gegen eine Verschiebung der Wahl aus.

In keiner Region der Ukraine sei bezüglich der Schweinegrippe eine "kritische Schwelle" überschritten, sagte Timoschenko, die ebenfalls im Januar kandidiert. Für eine Terminänderung gebe es keinen Grund, betonte die Politikerin mit dem markanten Haarkranz.

Auch der Kandidat Arseni Jazenjuk wies die Überlegungen des Juschtschenko-Beraters zurück. "Die Ukraine braucht einen neuen Präsidenten - je früher, umso besser", sagte der Ex-Außenminister in Kiew. Viele in der hoch verschuldeten Ukraine hoffen nach der Präsidentenwahl auf ein Ende der seit Jahren andauernden innenpolitischen Krise.

Lesen Sie dazu auch:
WHO ruft zur Grippe-Hilfe für Ukraine auf

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