Ärzte Zeitung, 10.11.2009

Gefährdete Schwangere jetzt impfen!

Bisher sind keine Schwangerschafts-Komplikationen mit Pandemrix® aufgetreten

NEU-ISENBURG (eb). Wie viele Schwangere sind schon gegen Schweinegrippe geimpft worden und wie wurde der Impfstoff vertragen? Kurzum: Sollte man Schwangere jetzt impfen? Das wollte eine Leserin bei unserer Hotline Schweinegrippe wissen.

Gefährdete Schwangere jetzt impfen!

Foto: GSK / www.fotolia.de

"Aktuell läuft eine kleinere Studie, bei der gezielt Daten von Schwangeren gesammelt werden sollen", sagt der Infektiologe Privatdozent Tomas Jelinek aus Berlin. Nach seinen Angaben wurden aus den bereits geimpften Kollektiven (Zulassungsstudien und die seitdem begonnenen Impfkampagnen) 91 Schwangerschaften im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gemeldet (bis 6 Monate nach der Gabe). Knapp die Hälfte der Frauen wurden nachverfolgt. Von keiner einzigen Schwangerschaft gibt es Berichte über Komplikationen.

Es ist gut dokumentiert, dass sich bei Schwangeren schwere Verläufe und Todesfälle von Schweinegrippe häufen, so Jelinek. Pandemrix® ist auch für Schwangere zugelassen. Die Empfehlung der STIKO, bei Schwangeren einen nicht adjuvantierten Spaltimpfstoff zu bevorzugen, ist nicht hilfreich, da ein solcher Impfstoff nicht verfügbar ist. "Besteht aktuell eine erhöhte Ansteckungsgefahr - etwa bei Ärztinnen oder Apothekerinnen - ist die Impfung mit Pandemrix® sicherlich bevorzugt zu empfehlen", so Jelinek.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Borderline und Psychosen "heilen" mit Antiepileptika

Manche psychisch Kranken brauchen keine Neuroleptika, sondern Antikonvulsiva. Tauchen im EEG bestimmte Muster auf, ist das ein Hinweis auf eine paraepileptische Psychose. mehr »

Epilepsierisiko nach Sepsis erhöht

Überleben Patienten eine Sepsis, ist die Gefahr epileptischer Anfälle in den folgenden Jahren vier- bis fünffach erhöht. mehr »

PKV muss für unverheiratete Paare zahlen

Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe ist die Beschränkung der Kostenerstattung für eine künstliche Befruchtung auf Ehepaare in der PKV unzulässig. mehr »