Ärzte Zeitung online, 10.11.2009

Schweinegrippe: Was tun, wenn sich Hebammen einer Klinik nicht impfen lassen?

NEU-ISENBURG (eb). Wie soll man verfahren, wenn sich Hebammen eines Krankenhauses nicht gegen Schweinegrippe oder Influenza impfen lassen? Kreißsaal schließen? Mundschutz verordnen? Das fragt der Neonatologe Professor Volker Loevenich auf unserer Internetseite.

Schweinegrippe: Was tun, wenn sich Hebammen einer Klinik nicht impfen lassen?

Foto: bilderbox©www.fotolia.de

Der ehemalige Leiter der Abteilung für Neonatologie am Universitäts-Klinikum in Frankfurt am Main möchte zudem wissen: Was ist zu tun, wenn auf der Wöchnerinnen-Station eine Wöchnerin nachweislich Schweinegrippe hatte und die Pflegerinnen alle nicht geimpft sind? Abteilung schließen?

Dr. Jan Leidel von der Ständigen Impfkommission (STIKO) sagt dazu: "Ich habe die Hoffnung auf Einsicht bei den meisten Menschen noch nicht aufgegeben. Vielleicht hilft ja ein aufklärendes, an die Verantwortung des Personals gegenüber den Patientinnen erinnerndes Gespräch in vielen Fällen doch."

Nach Angaben des ehemaligen Leiters des Kölner Gesundheitsamts wird in NRW der Gesundheitsminister auf den Rat einer Expertengruppe hin ein Schreiben an alle Kliniken und andere medizinische Einrichtungen richten, in dem nochmals an eben diese Verantwortung erinnert wird: "Ich halte das insbesondere aus Gründen der Verantwortung nicht nur gegenüber der eigenen Person, sondern gerade auch gegenüber den Patientinnen, Patienten sowie den Pflege- und Hilfebedürftigen in Krankenhäusern und sonstigen stationären Einrichtungen für unvertretbar." Und abschließend schreibt der Minister: "Es kann persönliche Gründe geben, die gegen eine Impfung sprechen. Dann muss medizinisches Personal, das nicht geimpft ist, verpflichtet werden, bei der Ausübung seines Dienstes besondere persönliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen."

"Sicher kontraproduktiv wäre es, medizinische Einrichtungen, gerade in einer derartigen Situation, in der ja viele von ihnen in besonderem Maße benötigt werden, zu schließen", betont das STIKO-Mitglied Leidel.

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