Ärzte Zeitung online, 13.11.2009

Schweinegrippe: Impfwillige rennen Uniklinik die Türen ein

Schweinegrippe: Bei Kindern genügt einmalige Impfung

FRANKFURT AM MAIN (ner). Für Kinder reicht die einmalige Impfung mit dem adjuvantierten Impfstoff Pandemrix® gegen den Schweinegrippe-Erreger aus. Das hat der Virologe Professor Peter Wutzler aus Jena bestätigt.

Es lägen entsprechende Daten für Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und neun Jahren vor. Wutzler geht davon aus, dass die neuen STIKO-Empfehlungen noch diesen Monat eine gleich lautende Empfehlung enthalten werden. Der Experte hob bei der Impfakademie des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Hessen in Frankfurt am Main noch einmal die Vorzüge des adjuvantierten Spaltimpfstoffes hervor, der lediglich die notwendigen Antigene Hämagglutinin und Neuraminidase enthält.

"Spaltimpfstoffe haben im Unterschied zum Vollvirusimpfstoff den großen Vorteil, dass sie auch bei Änderungen des Virus noch wirksam sind", betonte der Direktor des Instituts für Virologie und Antivirale Therapie am Universitätsklinikum Jena. "Und wir rechnen damit, dass H1N1 sich mit saisonalen Grippeviren zusammentut!"

Außerdem brauche man im Vergleich zum Vollvirusimpfstoff viel weniger Antigen zur Impfstoffherstellung und könne somit mehr Impfstoff für die Bevölkerung herstellen. Bedenken gegen die Adjuvanzien versteht er nicht. Bei dem in Pandemrix® enthaltenen Adjuvans AS03 handele es sich um natürliche Stoffe, die auch beim Cholesterinstoffwechsel des Menschen vorkämen.

Wutzler wies bei der Veranstaltung außerdem auf die mangelhafte Sensitivität von Influenza-Schnelltests hin, sie liege lediglich zwischen zehn und 50 Prozent. Deren Anwendung sei daher nicht sinnvoll. Die höchste diagnostische Sicherheit lasse sich nur mit einem PCR-Test mit einer Sensitivität von etwa 80 Prozent erreichen.

Erkrankte sind etwa zehn Tage lang Virusausscheider und sollten zehn bis zwölf Tage isoliert werden. Bei Behandlung mit Neuraminidasehemmern verkürzt sich die Dauer der Virusausscheidung um etwa zwei Tage, sodass eine achttägige Isolation ausreiche, erklärte Wutzler. Immunsupprimierte Patienten scheiden die Viren länger aus, allerdings liegen dazu keine ausreichenden Daten vor.

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