Ärzte Zeitung online, 16.11.2009

Lehrer: Schweinegrippe-Impfung ohne klare Linie

BERLIN (dpa). Nach dem bundesweiten Beginn der Impfaktionen gegen Schweinegrippe fordern Lehrer eine klare Linie für Schulen. Der permanente "Zickzack-Kurs" von Schulbehörden und Gesundheitsämtern sorge für eine tiefe Verunsicherung, kritisierte Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, am Montag in Berlin.

Schulen seien sehr stark von der Infektionsgefahr betroffen, ergänzte er. "Politik und Behörden müssen sich endlich entscheiden, auf welche Weise sie ihre Verantwortung für die Gesundheit der Kinder wahrnehmen wollen."

Wenn die Gesundheitsgefahren so groß seien wie einige Experten behaupteten, müsse es größere Impfaktionen an Schulen geben, forderte Meidinger. Sei die Gefahr jedoch nicht größer als bei bisherigen Grippewellen, solle es auch keine weiteren Schulschließungen mehr geben.

Wegen der Schweinegrippe hatten zahlreiche Schüler in Deutschland in der vergangenen Woche außerplanmäßig Ferien. Dutzende Klassen oder ganze Schulen waren kurzzeitig geschlossen, um dem Erreger Herr zu werden. Einige Bundesländer ordneten aber auch einen Umgang wie bei normalen Krankheitsfällen an: Wer krank sei, solle zu Hause bleiben, die anderen in die Schule gehen. Einen "weltfremden" Vorschlag kritisierte der Philologenverband in Hessen: Dort hätten die Gesundheitsämter Lehrer aufgefordert, zwei Meter Abstand zu "gefährdenden Personen" zu halten. Das sei in engen Klassenräumen schlicht nicht möglich.

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