Ärzte Zeitung online, 16.11.2009

Schweinegrippe: Kliniken in Schleswig-Holstein forcieren Personal-Impfung

KIEL (di). Das Kieler Gesundheitsministerium stimmt die Bevölkerung im Norden auf weitere Wartezeiten bei der Impfung gegen Schweinegrippe ein. Kliniken versuchen derweil, die Impfung des Personals zu beschleunigen.

"Menschen ohne Vorerkrankungen werden weiterhin gebeten, Risikogruppen den Vortritt zu lassen und sich in ihrer Impfpraxis auf eine Warteliste setzen zu lassen", hieß es aus dem Ministerium. Als Ursachen für die Wartezeiten führt das Ministerium die gestiegene Impfbereitschaft und die unter den geplanten Mengen liegenden Impfstofflieferungen an. Vorrangig sollten laut Empfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) Personen mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane oder chronischen Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenkrankheiten sowie medizinisches Personal geimpft werden.

Dafür richten Kliniken häufig eigene Termine im Haus ein. "Wir wollen unseren Mitarbeitern den Weg und die Entscheidung für eine Impfung so einfach wie möglich gestalten. Deshalb gibt es direkt in der Klinik Impftermine, damit für unsere Mitarbeiter keine langen Wege und Wartezeiten entstehen" sagte Geschäftsführer Klaus Abel aus den Lübecker Sana Kliniken. Bei den beiden jüngsten Impfterminen hatten sich dort rund 110 der insgesamt 750 Mitarbeiter impfen lassen. Der betriebsärztliche Dienst der Klinik hat drei weitere Termine im Haus angesetzt.

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hat der betriebsärztliche Dienst innerhalb kurzer Zeit über ein Drittel des medizinischen Personals geimpft. Am UKSH arbeiten 1500 Ärzte und 3600 Pflegekräfte.

Insgesamt wurden zwischen Nord- und Ostsee bis Freitag 184 000 Dosen Impfstoff flächendeckend verteilt. Ab Dezember ist laut Ministerium mit einer Steigerung der Liefermenge zu rechnen. Landesweit stellen 204 Logistikapotheken sicher, dass der verfügbare Impfstoff schnellstmöglich in rund 1600 impfende Arztpraxen gelangt.

Unterdessen teilte das Bildungsministerium mit, dass die Schulen steigende Zahlen erkrankter Schüler melden. Mehrere Schulleitungen haben aufgrund hoher Schülerfehlzahlen Klassen geschlossen. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sind die Erkrankungszahlen im Norden noch unterdurchschnittlich.

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