Ärzte Zeitung online, 27.11.2009

Mutiertes Schweinegrippe-Virus in Frankreich

PARIS (dpa). Nach Norwegen und Großbritannien haben Mediziner nun auch in Frankreich ein mutiertes H1N1-Virus nachgewiesen. Das mutierte Virus sei bei zwei Patienten nachgewiesen worden, die in Folge der Schweinegrippe gestorben seien, teilte die Gesundheitsbehörde am Freitag in Paris mit.

Die Wirksamkeit des Impfstoffes werde dadurch allerdings nicht infrage gestellt, so die Behörde. Die Auswirkung der Mutation auf den Krankheitsverlauf und die Ansteckungsgefahr müssten noch untersucht werden.

In Frankreich ist die Zahl der Toten unterdessen auf 76 gestiegen, die Zahl der schweren Fälle auf 420. Die gleiche Mutation sei zuvor in der Ukraine und mehreren lateinamerikanischen Ländern aufgetreten. Möglicherweise trage sie dazu bei, dass das veränderte Virus tiefer in die Atemwege gelange.

Viren vermehren ihre Erbsubstanz mit Hilfe der Werkzeuge ihrer Wirtszelle. Dabei kommt es immer wieder zu kleinen Fehlern und Ungenauigkeiten. In der Folge ist die Erbsubstanz der nachfolgenden Viren verändert (mutiert).

Eine der schlimmsten Befürchtungen der Medizin ist es, dass auf diese Weise Erreger entstehen, die gegen die momentan wirksamen Medikamente unempfindlich sind. In Einzelfällen ist dies bereits auch geschehen.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Resolution gegen DSGVO-Verunsicherung und Abmahn-Angst

Nach einer ersten Abmahnwelle in Bremen wächst bei Ärzten die Verunsicherung wegen der Datenschutzgrundverordnung. 60 Verbände und die KBV haben darauf nun reagiert. mehr »

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Neue Leitlinie stärkt medikamentöse ADHS-Therapie

In den neuen S3-Leitlinien zu ADHS wird die medikamentöse Therapie bei mittelschweren Symptomen gestärkt. Experten betonen aber, dass die Arzneien nur ein Teil eines umfassenden Therapiekonzepts sein dürfen. mehr »