Ärzte Zeitung online, 28.11.2009

Schweinegrippe: Impfstoff-Auslieferung in nächsten Tagen verzögert

MÜNCHEN (dpa). Bei der Auslieferung des Impfstoffs gegen die Schweinegrippe kommt es in den nächsten Tagen zu Verzögerungen. Drei Chargen des Impfstoffs Pandemrix® seien verspätet in die Qualitätssicherung gekommen und könnten deshalb nicht wie vorgesehen ausgeliefert werden. Das teilte der Hersteller GlaxoShmithKline am Samstag in München mit.

Schweinegrippe:
Impfstoff-Auslieferung in nächsten Tagen verzögert

Foto: GSK / www.fotolia.de

Das Unternehmen habe den Bundesländern am Freitag angekündigt, in der Woche vom 30. November bis zum 6. Dezember nur 1,5 Millionen Dosen auf Deutschland verteilen zu können.

Das Unternehmen gehe aber davon aus, dass die Verzögerung keine Auswirkung auf die Versorgung mit Pandemrix in Deutschland hat. Den Rückstand will der Hersteller in den kommenden Wochen ausgleichen und den Bundesländern bis zum Jahresende wie geplant mindestens 20 Millionen Dosen Impfstoff zur Verfügung stellen.

Bis Ende November sind nach Angaben von GlaxoSmithKline rund 9,6 Millionen Dosen von den Bundesländern abgeholt worden. Dies sei mehr, als das Unternehmen vor zwei Wochen Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zugesagt habe. Dort war von 9,3 Millionen Impfdosen bis Ende November die Rede.

Der Impfstoff sei aber nicht knapp. "Ein möglicherweise lokal gefühlter Engpass hat nichts mit den von uns gelieferten Mengen und unserer Produktion zu tun." Beanstandungen an den Chargen habe es nicht gegeben. "Patientensicherheit ist für uns das oberste Gebot", sagte der Sprecher. Die Herstellung des Impfstoffs werde mit höchsten Sicherheitsstandards überwacht.

In Deutschland sind nach Schätzungen des Bundesinstituts für Sera und Impfstoffe bislang 2,5 bis 4,8 Millionen Dosen Pandemrix® gespritzt worden. Dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen waren bis zum 19. November insgesamt 451 Verdachtsfälle von Impfreaktionen gemeldet worden, darunter 10 Todesfälle. Bei keinem Todesfall gebe es jedoch einen Hinweis, dass der Impfstoff die Ursache war.

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