Ärzte Zeitung, 11.12.2009

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Frage im Schweinegrippe-Forum: Müssen Impflinge 30 Minuten überwacht werden?

Eine Kollegin fragt: Sollten Patienten, dieses Gerücht kursiert, nach der Impfung für 30 Minuten überwacht werden?

Dr. Jan Leidel: Eine entsprechende Vorschrift existiert meines Wissens nicht. In der Fachinformation von Pandemrix® heißt es nur: "Wie bei allen injizierbaren Impfstoffen sollten für den seltenen Fall einer anaphylaktischen Reaktion nach Verabreichung des Impfstoffs entsprechende medizinische Behandlung und Beaufsichtigung gewährleistet sein."

Im allgemeinen Impfplan für Österreich wird hierzu ausgeführt: "Personal und Ausrüstung zur Behandlung einer Überempfindlichkeitsreaktion sollten immer verfügbar sein, wenn Impfungen verabreicht werden. Wenn irgend möglich, sollten Impflinge nach einer Impfung für 15 bis 20 Minuten bezüglich allergischer Reaktionen beobachtet werden." Entsprechende offizielle Empfehlungen gibt es in Deutschland nach meiner Kenntnis nicht.

Ich würde das Vorgehen im Einzelfall davon abhängig machen, ob in der Anamnese frühere anaphylaktische Reaktionen oder fragliche Überempfindlichkeiten gegen vor allem Hühnereiweiß angegeben werden. Dann würde auch ich 20 bis 30 Minuten nachbeobachten. Generell so vorzugehen, scheint mir nicht wirklich praktikabel.

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