Ärzte Zeitung online, 03.12.2009

Schwein mit Schweinegrippe in Deutschland

MAINZ (dpa). In Deutschland ist erstmals ein Fall von Schweinegrippe bei einem Hausschwein bekannt geworden. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz habe das neue H1N1-Influenzavirus bei dem Tier nachgewiesen, teilte das Gesundheitsministerium in Mainz am Donnerstag mit. "Es besteht kein Grund zur Aufregung", betonte Ministerin Margit Conrad (SPD). Menschen können sich nicht durch Schweinefleisch-Produkte infizieren.

Die Zahl der Schweinegrippe-Erkrankungen bei Menschen in Deutschland bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Zwar habe es in der vergangenen Woche weniger neue Fälle gegeben, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit. Ob damit der Höhepunkt der aktuellen Grippewelle bereits überschritten sei, könne aber erst im Verlauf der nächsten Wochen bewertet werden.

Das kranke Schwein in Rheinland-Pfalz hat sich laut Ministerium vermutlich bei einem Menschen angesteckt. Forscher vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems hatten bereits bei Versuchen festgestellt, dass auch Schweine anfällig sind für das Virus. Die Laborschweine entwickelten milde Grippesymptome. Der rheinland-pfälzische Hof wurde für kurze Zeit geschlossen, um die Weiterverbreitung zu verhindern. Meldungen über H1N1-Infektionen bei Schweinen gab es bislang unter anderem aus den USA, wo das Virus bei einem Tier auf einem Jahrmarkt im Bundesstaat Minnesota entdeckt wurde. Zuvor war die Krankheit bereits in Argentinien und Kanada auf Schweine übergesprungen.

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