Ärzte Zeitung online, 09.12.2009

Schweinegrippe in USA milder als erwartet

WASHINGTON (dpa). Die Schweinegrippe-Welle in den USA verläuft milder als erwartet. Amerikanische Epidemiologen gehen davon aus, dass die Zahl der Todesopfer durch das Virus wesentlich unter den Vorhersagen bleibt - und weit unter der Opferzahl vorangegangener Grippewellen.

"Ich denke, dies ist die mildeste Pandemie, die wir je hatten", sagte der Seuchenforscher Marc Lipsitch vom Harvard-Institut für Öffentliche Gesundheit in Boston. Die Experten warnten aber, dass die Schweinegrippe trotz der Abschwächung der Vorhersagen weiterhin gefährlich und ihr Verlauf unvorhersehbar sei.

Nach Datensammlungen in New York und Milwaukee gehen die Forscher in der am Montagabend veröffentlichten Analyse von 6000 bis höchstens 45 000 Grippetoten durch das Schweinegrippe-Virus bis zum Ende des Winters aus. Bei einer Grippewelle in den Jahren 1967/68 starben in den USA 34 000 Menschen, zehn Jahre davor gab es 70 000 Tote. Bei der gegenwärtigen Welle der H1N1-Grippe hatten Mitarbeiter der US-Gesundheitsbehörden ursprünglich bis zu 90 000 Grippetote prognostiziert.

Unterdessen gibt es immer mehr Klagen darüber, dass große amerikanische Unternehmen bei der Verteilung des Impfstoffs bevorteilt wurden. Während das Serum in öffentlichen Kliniken oft Mangelware sei, sind nach einem Bericht der Zeitung "USA Today" tausende Dosen an große Firmen vergeben worden. So habe Disney World in Florida umgehend 2400 Rationen für seine Mitarbeiter erhalten. Auch große Ölkonzerne wie Chevron oder ExxonMobil in Texas seien mit dem Impfstoff versorgt worden, während es anderswo Engpässe gebe. Im vergangenen Monat war bereits bekanntgeworden, dass große Unternehmen an der Wall Street vorrangig beliefert wurden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jeder dritte Brustkrebs im MRT übersehen

MRT-Bilder helfen, Brustkrebs früh aufzuspüren – doch in vielen Fällen gelingt das nicht. Eine niederländische Studie ergab: Jedes dritte Karzinom ist im MRT übersehen worden. mehr »

Neun Millionen Klinik-Infektionen jährlich

15:41Infektionen in Kliniken und Pflegeheimen sind in Europa ein großes Problem. Jährlich infizieren sich dort rund neun Millionen Bürger, berichtet die EU-Seuchenbehörde. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend. mehr »

Bangen und Hoffen bei Auslands-Briten

Das Ringen um einen Brexit-Vertrag geht auf die Zielgerade. Doch für EU-Bürger auf der Insel und Auslands-Briten ist es eine Zeit des Wartens. Das macht Großbritannien für qualifizierte Fachkräfte nicht attraktiver, meine unser Blogger Arndt Striegler. mehr »