Ärzte Zeitung online, 01.04.2010

Schweinegrippe-Impfstoff wandert in den USA wohl millionenfach in den Müll

WASHINGTON (dpa). In den USA müssen möglicherweise Millionen Dosen von Schweinegrippen-Impfstoff weggeworfen werden: Weitaus weniger als gedacht sind verwendet worden, und nun rückt das Verfallsdatum immer näher. Nicht einmal die Hälfte der 229 Millionen Dosen in Form von Injektionen oder Nasenspray seien verabreicht worden

Schätzungsweise 60 Millionen würden an arme Länder verschenkt oder für eine künftige Verwendung aufgehoben, berichtete die "Washington Post" am Donnerstag.

Damit blieben noch über 70 Millionen Dosen, die bereits in Spritzen oder Röhrchen abgefüllt seien und damit weggeworfen werden müssten, wenn das Haltbarkeitsdatum überschritten sei. Insgesamt hat das Impf-Programm die US-Steuerzahler 1,6 Milliarden Dollar gekostet.

Die beauftragten Pharma-Unternehmen hatten zwar in Rekordzeit einen Impfstoff gegen das H1N1-Virus hergestellt. Aber bei der Massenproduktion gab es dann so viele Probleme, dass der größte Teil erst ausgeliefert wurde, als der Höhepunkt der zweiten Infektionswelle bereits überschritten war.

Dennoch zeigten sich Vertreter der US-Seuchenkontrollbehörde CDC zufrieden mit der Impfaktion. Demnach wurden schätzungsweise bis zu 81 Millionen Menschen in den USA gegen die Schweinegrippe immunisiert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »