Ärzte Zeitung online, 26.04.2010

Verwendung des Schweinegrippe-Impfstoffes unklar

In Deutschland lagern immer noch 28 Millionen übrig gebliebene Impfdosen gegen Schweinegrippe

BERLIN (sun/dpa). Rund 280 Millionen Euro hat das Impfserum gegen die Schweinegrippe Deutschland gekostet. Ein Jahr später ist klar, dass die Bestellung zu umfangreich ausfiel.

Verwendung des H1N1-Impfstoffes unklar

© [M] Virus: GSK | Schwein: © Eric Isselée / fotolia.com

Nur etwa acht Prozent der Deutschen wollten sich tatsächlich mit dem Impfserum Pandemrix® impfen lassen. Daher lagern in Deutschland immer noch 28 Millionen übrig gebliebene Impfdosen (wir berichteten), und deren Verwendung bleibt weiterhin unklar. Eventuell könnte ein Teil davon im kommenden Herbst genutzt werden. "Die EU-Seuchenbehörde ECDC hält es für wahrscheinlich, dass die Viren in der kommenden Saison vorherrschend sein werden", sagte die Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts, Susanne Stöcker, zur dpa. Zur weiteren Verwendung benötige Pandemrix jedoch eventuell eine erweiterte Zulassung von der EU-Kommission. Eine Neuzulassung werde dann nötig, wenn die Weltgesundheitsorganisation entscheide, dass es sich bei der Schweinegrippe nicht mehr um eine Pandemie, sondern um eine saisonale Grippe handele. Gegen die klassische Grippe könne der Schweinegrippen-Impfstoff dagegen nicht eingesetzt werden. Die übrig gebliebenen Impfdosen haben einen Wert von 230 Millionen Euro.

Derweil bemängeln Kritiker immer noch, dass die Diskussion um die Schweinegrippe zu viel Panik in der Bevölkerung ausgelöst habe.

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Das Impf-Dilemma: Bleiben alle gesund, sinkt das Risikobewußtsein

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