Ärzte Zeitung, 28.11.2006

KOMMENTAR

Gegen TB sind neue Strategien nötig

Von Thomas Müller

Seit über 30 Jahren ist kein neues Medikament gegen Tuberkulose auf den Markt gekommen. Wenn die Therapie auf Basis von Isoniazid plus Rifampicin nicht mehr wirkt, weil die TB-Stämme dagegen zunehmend resistent werden, dann kann man zwar noch mit einigen modernen Antibiotika behandeln.

Doch eine solche Therapie ist gegen die Mykobakterien oft weniger wirksam, dauert deshalb viel länger und ist zudem meist noch viel teurer. Es sind also dringend neue Arzneien gegen die Erreger nötig.

Um sie zu entwickeln, braucht es jedoch neue Strategien, denn Geld verdienen läßt sich mit neuen Medikamenten gegen TB kaum, schließlich breitet sich der Erreger vor allem in Entwicklungsländern aus, unter Menschen, die sich eine neue und damit teure Therapie nicht leisten können. Vertraut man da nur auf die Kräfte des Marktes, kommt man nicht weit.

Das hat sich sowohl in der Politik als auch in einigen Unternehmen herumgesprochen. Ein Ergebnis sind sogenannte Public Private Partnerships - Kooperationen von Stiftungen, Unternehmen und Regierungen mit dem Ziel, gemeinsam neue Medikamente gegen TB und Tropenkrankheiten zu entwickeln und sie ohne Profit zu vertreiben.

Wenn sich jetzt verschiedene gesellschaftliche Kräfte zu solchen Allianzen zusammenschließen, dann macht das Mut, denn TB ist nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem, das sich nicht nur mit neuen Arzneien lösen läßt.

Lesen Sie dazu auch:
Ein zweites Leben nach der Tuberkulose
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