Ärzte Zeitung online, 09.12.2009

WHO: Therapie heilte 36 Millionen Tuberkulosekranke

GENF/WASHINGTON (dpa). Eine gezielte Therapie hat nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den vergangenen 15 Jahren etwa 36 Millionen Menschen von Tuberkulose geheilt. Die DOTS genannte direkt überwachte Kurzzeittherapie werde seit 1994 eingesetzt und habe somit rund acht Millionen Menschenleben gerettet, berichtete die WHO am Dienstag in Washington und Genf.

Insgesamt sei das schon ältere Stopp-Tuberkulose-Programm äußerst erfolgreich, so die WHO. Daten der vergangenen zwölf Monate zeigten, dass in diesem Zeitraum mit 2,3 Millionen so viele Menschen wie noch nie erfolgreich hätten geheilt werden können. Das sind 87 Prozent der behandelten Patienten. Das Ziel liegt bei 85 Prozent und sei somit erstmals seit 1991 übertroffen worden, als das Programm gestartet wurde. Dies gelang in 53 Ländern, berichtete die Organisation.

Die Antibiotika-Behandlung der Krankheit Tuberkulose, die meistens die Lunge befällt, dauert viele Monate und erfordert große Disziplin. Abgebrochene Therapien können dazu führen, dass immer mehr Erregerstämme resistent werden. Besonders anfällig für die Krankheit sind arme oder immungeschwächte Patienten wie HIV-Infizierte.

Auch wird den WHO-Angaben zufolge ein Anstieg der Fälle mit multiresistenten Tuberkulose-Erregern verzeichnet. DOTS steht unter anderem für den politischen Willen zur Bekämpfung, einer steigenden und langfristigen Finanzierung, einer hohen Entdeckungsrate durch Untersuchungen sowie einer Standardbehandlung mit stetiger Überwachung.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

"Hacker kommen wie durch eine offene Tür in Arzt-Systeme"

Nehmen niedergelassene Ärzte Gefahren durch Cyber-Angriffe ernst genug? Sie selbst glauben das mehrheitlich. Ein Sicherheitsexperte gießt Wasser in den Wein. mehr »

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Ein querschnittgelähmter Mann kann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »