Ärzte Zeitung online, 08.04.2010

Interferon-Test schlägt Hauttest bei TB-Diagnostik

HANNOVER (mut). Ein Interferon-Test zum Nachweis einer Tuberkulose-Erkrankung (TB) ist wesentlich sensitiver und spezifischer als der meist noch verwendete Tuberkulin-Hauttest. Das bestätigt jetzt eine Metaanalyse von 124 Studien.

In der Analyse unter Leitung von Professor Roland Diel von der MHH in Hannover wurden Studien berücksichtigt, in denen Sensitivität und Spezifität von neuen Interferon-Tests mit dem alten Standardtest, dem Tuberkulin-Hauttest (THT) verglichen wurden. Beim THT wird ein Mykobakterien-Präparat unter die Haut geritzt oder gespritzt. Die anschließende Immunreaktion mit aktivierten Lymphozyten führt bei TB-Patienten zu einer deutlichen Schwellung der Haut. Mit den neuen Interferon-Gamma Release Assays (IGRA), wird dagegen die Interferon-Gamma-Ausschüttung aktivierter Lymphozyten aus einer Blutprobe gemessen. Dazu werden T-Effektor-Zellen aus dem Blut mit TB-Antigenen stimuliert. Der "T-Spot.TB-Test" markiert anschließend die Interferon-freisetzenden Lymphozyten, der Test "QuantiFERON-TB-Gold" (QFT) misst das freigesetzte Interferon.

Verglichen mit einem direkten Erreger-Nachweis über kultivierte Proben lag die Sensitivität des THT bei etwa 70 Prozent, die des QFT bei 81 Prozent, beim T-Spot-Test waren es sogar 88 Prozent. Wurde Studien aus Entwicklungsländern ausgeschlossen, so war die Sensitivität noch etwas höher: 84 Prozent für den QFT und 89 Prozent für den T-Spot-Test. Bei der Spezifität schnitt der QFT mit 99 Prozent am besten ab, 86 Prozent waren es beim T-Spot-Test (Chest online). Da der THT auch bei nicht-tuberkulinen Mykobakterien und bei TB-Geimpften anspricht, gilt er als wenig spezifisch. Meist wird daher bei einem positiven THT empfohlen, das Ergebnis mit einem Interferon-Test zu überprüfen.

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