Ärzte Zeitung online, 08.08.2013

Rheinland-Pfalz

Mehr Tuberkulose, weniger Influenza

MAINZ. Deutlich weniger Infektionen durch die saisonale Influenza, aber einen Anstieg von 20 Prozent bei den Infektionen mit Tuberkulose hat es im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz gegeben. Das geht aus der Jahresbilanz des Landesuntersuchungsamtes (LUA) hervor, die jetzt veröffentlicht wurde.

Wieso im Vorjahr 27 Menschen mehr an Tuberkulose erkrankt sind als 2011 lässt sich nach Angaben des Amtes nicht erklären. Mit 175 Infektionen wurde aber fast die Zahl von 2010 erreicht. Damals hatten sich 177 Menschen in Rheinland-Pfalz mit Tuberkulose infiziert.

Auch für den erheblichen Rückgang bei der Influenza gibt es nach Angaben des LUA lediglich Erklärungsversuche.

So gäbe es die Vermutung, dass auf ein Jahr mit einer starken Grippewelle ein Jahr mit eher schwächerer Grippewelle folge - weil die Grundimmunisierung besser sei oder sich mehr Menschen nach einer starken Welle impfen ließen, so Achim Ginkel vom Landesuntersuchungsamt.

Für die Theorie, dass auf ein starkes ein schwaches Jahr folge, könnten die Zahlen der letzten drei Jahre sprechen. So registrierte das LUA 2011 insgesamt 2345 Influenza-Infektionen, ein Jahr später waren es lediglich 516.

In diesem Jahr wurden laut Ginkel dagegen schon über 3000 Erkrankungen in Rheinland-Pfalz gemeldet.

Zufrieden ist das LUA mit den Impfraten bei den Schulanfängern. So erfülle Rheinland-Pfalz mit einer Durchimpfungsrate von 97 Prozent für die erste Masernimpfung die Vorgaben der WHO zur Masernelimination.

Zudem seien zwei weitere WHO-Ziele auf Landesebene erreicht worden, heißt es in dem Bericht: 93 Prozent der Kinder sind zweimal gegen Masern und mindestens einmal gegen Röteln geimpft. Der Impfschutz sei zwar erfreulich, könne aber noch verbessert werden, so das LUA.

Mit Impfquoten zwischen 94 und 98 Prozent liegt das Land laut LUA bei Polio, Teatnus, Pertussis, Hepatitis B und Haemophilus influenza B über dem Bundesdurchschnitt. (chb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die häufigsten Fehler bei der Opioid-Therapie

Nehmen Patienten Opioide ein, müssen sie einiges beachten. Manches Missverständnis und mancher Einnahmefehler können Ärzte mit zwei Sätzen der Erklärung ausräumen. mehr »

Spahn bleibt bei Sprechstundenzeiten hart

Das Termineservicegesetz wird nachgebessert werden, aber nicht bei den Sprechstundenzeiten. Das stellt Jens Spahn beim Neujahrsempfang des Hausärzteverbands klar. mehr »

Wenn die Klinik-IT gehackt wird

Bei Hackerattacken auf Kliniken und Praxen sind Patienten, Ärzte und Hersteller betroffen. Welche Risiken bestehen und welche Gegenmaßnahmen wirksam sind, erörtern Medizinrechtler. mehr »