Ärzte Zeitung online, 26.02.2018

Tuberkulose

1,8 Millionen junge Menschen erkranken pro Jahr

Forscher schätzen, dass weltweit fast zwei Millionen junge Menschen an Tuberkulose erkranken. Besonders betroffen sind demnach die 20 - bis 24-Jährigen.

MELBOURNE. Berechnungen australischer Forscher zufolge erkranken jährlich weltweit 1,8 Millionen Kinder und junge Menschen zwischen zehn und 24 Jahren an Tuberkulose (TB) (Europ J Resp 2018; 51:1702352).

Ihre Analyse sei die erste, die genaue Daten für diese Altersgruppe erfasse, schreiben die Forscher um Kathryn Snow von der Uni Melbourne. In ihrer Studie wertete das Team um Snow die Tuberkulose-Datenbank der WHO sowie Daten aus Brasilien, Indonesien, Südafrika, Rumänien und Estland aus.

Diese Länder erfassten detaillierte Daten zu allen TB-Fällen, sodass damit die weltweite Verbreitung der TB abgeschätzt werden könne, so die Forscher.

Die Wissenschaftler schauten sich dabei die TB-Fälle in drei Altersgruppen genauer an: TB-Fälle in der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen, in der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen und in der Gruppe der 20- bis 24-Jährigen. Das höchste Risiko für eine TB-Erkrankung hatten demnach die 20- bis 24-Jährigen.

Die Forscher schätzen, dass weltweit 1,05 der 1,8 Millionen Fälle auf diese Altersgruppe entfallen. 535.000 Fälle beträfen die 15- bis 19-Jährigen, 192.000 die Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen.

Grund für das höhere Risiko der 20- bis 24-Jährigen könnte ein Mix aus verschiedenen Faktoren sein: In Ländern, in denen die Zahl der TB-Fälle hoch ist – wie Südasien und Afrika –, ist auch der Anteil an 20- bis 24-Jährigen sehr hoch.

Zudem hat diese Altersgruppe häufiger Kontakt mit Gleichaltrigen, was das Infektionsrisiko erhöht. (bae)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »