Ärzte Zeitung, 16.03.2005

Vogelgrippe-Viren können Gastroenteritis vortäuschen

Grippe-Impfschutz ist bei Südostasien-Reisen sinnvoll

BERLIN (eis). Daß sich aus Vogelgrippeviren neuartige hochinfektiöse Erreger entwickeln, ist für einige Forscher nur eine Frage der Zeit. WHO-Spezialisten überwachen Krankheitsausbrüche in Südostasien. Die Überwachung wird inzwischen durch atypische Infektionen erschwert, berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI).

So bekam ein vierjähriger Junge in Vietnam bei einer H5N1-Infektion zunächst Fieber, Kopfweh, Übelkeit und Durchfall, bevor er an einer Enzephalitis starb; respiratorische Symptome traten erst kurz vor seinem Tod auf.

Auch eine 39jährige Frau aus Thailand hatte zunächst gastrointestinale Symptome, bevor sie Lungeninfiltrate bekam und an Lungenversagen starb (Epi Bull 9, 2005, 71).

Das Krankheitsspektrum bei H5N1-Infektionen ist daher möglicherweise vielfältiger als bisher angenommen, so das RKI. Erkrankte Reiserückkehrer aus Südostasien sollten daher immer auch nach Kontakt mit Geflügel gefragt werden.

Meist werden die Erreger über Kot und Sekrete übertragen. Das RKI empfiehlt, Reisende in die Region vor Kontakt mit Vögeln zu warnen. Auch sollte eine Grippe-Impfung empfohlen werden. Die Impfstoffe schützen zwar nicht vor H5N1, reduzieren aber das Risiko einer Doppelinfektion und damit das Risiko einer Neukombination der Viren.

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