Ärzte Zeitung, 16.06.2005

KOMMENTAR

Noch ist Zeit, sich vorzubereiten

Von Heinz Dieter Rödder

"Eine Pandemie mit einer gefährlichen Variante des Vogelgrippe-Virus wird mit Sicherheit kommen, die Frage ist nur wann" - diese Aussage des Influenza-Spezialisten Professor Albert Osterhaus läßt an Deutlichkeit nichts fehlen.

Weltweit sind dann viele Millionen Tote zu erwarten und allein in Deutschland werden 160 000 Tote befürchtet.

Doch dies muß nicht so kommen. Langfristig gilt es, die Impfstoff-Forschung und -Entwicklung zu fördern. Wir dürfen uns aber nicht in Sicherheit wiegen,  daß rechtzeitig genügende Mengen eines schützenden Impfstoffes gegen ein Virus zur Verfügung stehen werden, das durch genetischen Austausch von Influenza-Viren entstanden ist.

Kurzfristig gilt es auf die Chemoprophylaxe zu setzen. Wenn rechtzeitig ein Neuramidase-Hemmer eingesetzt wird, läßt sich die Zahl der Toten halbieren. Voraussetzung dafür ist natürlich, daß ausreichende Mengen eines solchen Präparates zur Verfügung gehalten werden.

Am Geld sollte dies nicht scheitern müssen. Für die Bevorratung mit Pocken-Impfstoff gegen Bioterrorismus für jeden Bundesbürger war schließlich auch Geld da.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
"Eine Grippe-Pandemie ist gefährlicher als Bioterrorismus"

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Zufallsbefunde – Wer sucht, der findet

Bei der bildgebenden Diagnostik kann es vorkommen, dass unerwartet ein Befund jenseits des eigentlichen Anlasses auftaucht. Das sollte man den Patienten klarmachen – vorher. mehr »

Streit um "Strafgebühr" im Krankenhaus

KBV-Chef Gassen fordert für Patienten, die mit Bagatellerkrankungen in die Notfallambulanz der Kliniken kommen, eine Gebühr. Das hält die DKG für "schlicht falsch". Die Linke mutmaßt: "Notaufnahmen nur für Reiche"? mehr »

Das hilft bei "Fettleber"

Patienten mit nichtalkoholischer Fettleber können sich selbst helfen - indem sie gesünder leben. Forscher haben Biomarker ausfindig gemacht, die offenbar die Veränderung der Leberfibrose vorhersagen können. mehr »