Ärzte Zeitung, 24.10.2005

"Die Gefahr für Menschen durch Vogelgrippe geht gegen Null"

Ulla Schmidt ruft zur Gelassenheit auf / Kaum Infektionsgefahr für Menschen

BERLIN (mut). Nach Vogelgrippefällen im Westen Rußlands und in Großbritannien rufen Politiker zu Gelassenheit auf. Für Menschen in Deutschland bestehe durch die Tierkrankheit Vogelgrippe keine Gefahr.

Auf einer Geflügelfarm in Italien wird ein Huhn untersucht. Obwohl von gebratenen Hühnern keine Infektionsgefahr ausgeht, ist der Geflügelkonsum in einigen EU-Ländern bereits zurückgegangen. Foto: dpa

Fürchten vor der Vogelgrippe müssen sich auch weiterhin nur Vögel - dies umso mehr, seit auch im Westen Rußlands Fälle von Vogelgrippe bekannt geworden sind. Von dort fliegen derzeit Zehntausende Wildgänse nach Westen.

Bundesverbraucherminister Jürgen Trittin sprach daher von einem erhöhten Risiko für Geflügel in Deutschland. Zugleich fordert er den Import-Stopp für Wildvögel. Zum Schutz vor der Vogelgrippe muß seit Samstag Geflügel in Deutschland in Ställe gesperrt werden.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt warnte indes vor einer Hysterie. "Ich rate zu Gelassenheit", so Schmidt im ZDF. "Die Gefahr für Menschen ist gegen Null zu sehen."

Trotzdem stellen sich jetzt viele Menschen Fragen und suchen Rat bei ihrem Hausarzt, etwa: Kann man in Ländern mit Vogelgrippe noch unbesorgt Urlaub machen? Ja - solange man den Kontakt mit Federvieh und rohen Geflügelprodukten meidet. Gekocht ist Hühnerfleisch harmlos. Hilft ein Impfstoff gegen die saisonale Influenza auch gegen die Vogelgrippe? Nein, eine solche Impfung schützt nur vor den saisonalen Human-Influenzaviren.

Über eine globale Strategie gegen die Vogelgrippe beraten ab heute Gesundheitsminister in Ottawa in Kanada.

Lesen Sie dazu auch:
Die Vogelgrippe - das Wichtigste auf einen Blick
Die Vogelgrippe - Chronologie einer Tierkrankheit

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Viele melden sich via Chat bei DocDirekt

Das bundesweit beachtete Telemedizin-Modellprojekt DocDirekt in Baden-Württemberg kommt gut an, berichtet die KV. Besonders Männer nutzten das Angebot zur Fernbehandlung bisher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »