Ärzte Zeitung, 15.04.2013

Kommentar

Aus Fehlern gelernt

Von Thomas Müller

Es ging dieses Mal sehr schnell: Noch keine zwei Wochen ist es her, seit erste Infektionen mit dem neuen Vogelgrippevirus H7N9 in China bekannt wurden, schon wissen wir sehr viel über den Erreger.

Dies zeigt: Einiges wurde nun richtig gemacht. Hatte China vor zehn Jahren den Ausbruch von Sars lange Zeit vertuscht und heruntergespielt, so haben die Behörden nun schnell reagiert und spielen weitgehend mit offenen Karten.

Chinesische Forscher haben das Genom der Viren in Rekordzeit sequenziert und die Ergebnisse online veröffentlicht. Die nationale Infektionsschutzbehörde publiziert fast täglich neue Zahlen zu Infizierten und Toten, Krankenhäuser wurden landesweit in Alarmbereitschaft versetzt und über 400 Labore im ganzen Land sind inzwischen in der Lage, das Virus rasch per PCR nachzuweisen.

Selbst die US-Behörde CDC lobt die Arbeit der Chinesen. Es scheint so, als hätte man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt.

Richtig ist auch, dass sofort mit der Entwicklung von Saatviren für Impfstoffe begonnen wurde. In Europa gibt es als Reaktion auf H5N1 sogar schon zugelassene Mustervakzinen, die man für die schnelle Produktion eines Pandemie-Impfstoffs verwenden kann. Sollte das Virus also Übles vorhaben - die Menschheit ist dieses Mal gut gerüstet.

Lesen Sie dazu auch:
Neue Vogelgrippe H7N9: Die Welt blickt besorgt nach China
Neue Vogelgrippe: Erste Tote, aber keine Epidemie
Kommentar zur Vogelgrippe: Aus Fehlern gelernt

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Erhöhtes Krebsrisiko durch Kuhmilch und Rindfleisch?

Forscher sind krebsauslösenden Agenzien auf der Spur, die in Milch und Rindfleisch stecken. Sie sind dadurch wohl auch auf den Grund gestoßen, warum Stillen das Krebsrisiko senkt. mehr »

Homöopathie-Ausschluss für CME-Punkte?

Werden in Berlin künftig keine CME-Punkte mehr für Fortbildungsveranstaltungen zur Homöopathie vergeben? Die Diskussion darüber läuft noch. mehr »

Dort, wo die Folgekoloskopie nötig ist, erfolgt sie oft nicht

Bei der Nachsorge von Patienten nach Screening-Koloskopien besteht eine erhebliche Über- und Unterdiagnostik - je nach Adenomtyp, so Daten der KolosSal-Studie. mehr »