Ärzte Zeitung, 18.05.2015

WHO

Sorgen wegen Vogelgrippe in Ägypten

GENF. Die WHO hat binnen sechs Monaten in Ägypten 165 H5N1-Vogelgrippe-Fälle registriert, 48 Menschen starben. Das sei bei Weitem die höchste Fallzahl in einem Land in einem solchen Zeitraum, so die Organisation am Freitag.

Der Anstieg werde begünstigt durch eine veränderte Landwirtschaft. "Viele Kleinbauern halten nun Geflügel zum Eigenverzehr oder Verkauf in einem unkontrollierten Agrarsektor", so die WHO. Etwa 70 Prozent der Fälle seien auf Kontakt mit infiziertem Geflügel zurückzuführen.

Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich die Gefahr einer Übertragung von Mensch zu Mensch vergrößert. Zur Eindämmung des Ausbruchs sei das Einhalten der Standards bei der Geflügelhaltung dringend erforderlich. So müssten Bestände geimpft werden und Behörden für Human- und Tiermedizin enger kooperieren.

Ägypten müsse langfristig im Agrarsektor für Strukturen sorgen, die einen erfolgreichen Kampf gegen H5N1 ermöglichten. Dazu gehöre auch, die große Zahl an nicht-lizensierten kommerziellen und halb-kommerziellen Geflügelfarmen stärker in die Maßnahmen einzubinden.

Seit 2003 wurden bis November 2014 weltweit über 600 Erkrankungen von Menschen mit dem Erreger H5N1 bekannt. Mehr als die Hälfte der Patienten starb. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »