Ärzte Zeitung, 21.07.2009

Neue Zecken mit neuen Erregern breiten sich aus

Neue Zecken mit neuen Erregern breiten sich aus

Auwaldzecke.

Foto: Rainer Altenkamp, Wikipedia, CC-SA-2.0

BERLIN (eis). Die aus dem Süden zugewanderten Auwaldzecken treten zunehmend in Deutschland auf. Sie können eine bisher wenig beachtete Rickettsien-Art übertragen, warnt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin.

Auwaldzecken (Dermacentor reticulatus) stammen ursprünglich aus Ungarn, Österreich und Norditalien, werden aber inzwischen auch in vielen Regionen Deutschlands gefunden. Seit 2005 haben sie sich im Großraum Berlin sowie in Brandenburg etabliert, meldet das RKI (Epi Bull 29, 2009, 275).

Das Institut hat jetzt 94 Auwaldzecken auf Krankheitserreger untersucht. Ergebnis: Etwa 6 Prozent der neuen Zecken waren mit Borrelien befallen und damit weniger als herkömmliche Zecken. Allerdings waren etwa 50 Prozent Träger von Rickettsia raoultii. Diese Bakterienart führe wie auch andere Rickettsien vermutlich zu Erkrankungen, so das RKI. So verursacht etwa die verwandte Art Rickettsia helvetica in Deutschland Fieber, Kopfweh, Myalgien und Perimyokarditis.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

MDK lehnt Pflegeanträge seltener ab

Kommen die Pflegereformen bei den Versicherten an? Neuen Zahlen zufolge fallen weniger Antragssteller durchs Raster und erhalten somit Leistungen. mehr »