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Ärzte Zeitung online, 14.02.2019

Sachsen

Tierbisse bei Kindern nicht unterschätzen

Kinderchirurg der Leipziger Uniklinik rät Eltern zu mehr Aufklärung im Umgang mit Tieren.

LEIPZIG. Eltern sollten ihre Kinder mehr über die Gefahren von Tierbissen aufklären.

„Tiere sind keine Spielzeuge“, sagt Professor Martin Lacher, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig. „Die Kleinen sollten wissen, wie und wann man sich einem Tier nähert und wann besser nicht.“

Nach seiner Einschätzung wird das Risiko einer Infektion der Tierbisswunde oft unterschätzt. Eine solche Wunde müsse mit speziellen Antibiotika behandelt werden, da die Mundhöhle der Tiere ein besonderes Spektrum von seltenen Bakterien enthalte. Ein besonderes hohes Infektionsrisiko bestehe bei Bissverletzungen der Hand durch Katzen.

Lacher weist darauf hin, dass vor allem nach Gesichtsverletzungen oft Narben und Keloide zurückbleiben. „Tragisch wird es bei einem Hund, der das Gesicht des jüngeren Kleinkinds erwischt, denn beide treffen sich sozusagen auf Augenhöhe“, ergänzt der Klinikdirektor. Bisse in die Wangen, die Augenbereiche und die Augenlider seien die Folgen.

Bei älteren und damit größeren Kindern seien oft der Hals und der Nacken sowie Arme und Beine betroffen. 75 Prozent der Bissverletzungen stammten von Hunden und Katzen.

Katzen beißen eher Mädchen - Hunde Jungen

Statistiken zeigten, dass Mädchen eher von Katzen gebissen werden, Jungen hingegen von Hunden. Fast immer sei es der eigene oder ein bekannter Hund.

Am Universitätsklinikum wurden im vergangenen Jahr auch Bisse von Wildschweinen, Mardern, Ratten, Hasen, Meerschweinchen, einem Pinguin im Zoo sowie auch Pferden und einem Esel behandelt.

„Im Herbst hatten wir den drastischen Fall eines anderthalb Jahre alten Jungen, der einen Esel füttern wollte und dabei seine Finger regelrecht ins Maul des Tieres steckte“, sagt Lacher. Der Esel habe dem Kleinkind das Endglied des Zeigefingers abgebissen.

„Die Eltern brachten das abgebissene Fingerglied zwar mit, dieses wurde auch gemeinsam mit den Kollegen des Bereichs ‚Plastische, Ästhetische und spezielle Handchirurgie‘ replantiert, doch angewachsen ist er leider nicht mehr“, fügt Lacher an.

Eltern müssten gerade in Streichelgehegen ihren kleinen Kindern unbedingt zeigen, wie man zum Beispiel die Hand zum Füttern richtig hält, regt der Kinderchirurg an. (sve)

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