Ärzte Zeitung, 06.12.2004

Kein Hinweis auf Hirntumoren durch Handys

STOCKHOLM (ots). Seit Einführung von Mobiltelefonen ist es in skandinavischen Ländern zu keiner Erhöhung der Hirntumorrate gekommen. Das ist das Ergebnis einer schwedischen Untersuchung.

Die Studie ist Teil des Interphone-Projektes der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und wurde von einer schwedischen Forschergruppe am Karolinska-Institut in Stockholm vorgenommen. Sie basiert auf der Auswertung von Daten von 644 Hirntumorpatienten und 674 Personen einer Kontrollgruppe.

Die Studie erfaßte die Häufigkeit von Hirntumoren in den vergangenen Jahrzehnten in Skandinavien. In den späten 70er und frühen 80er Jahren, als der Mobilfunk noch keine weitverbreitete Technik war, wurde dabei eine Erhöhung der Hirntumorrate in den skandinavischen Ländern festgestellt, die sich allerdings überwiegend auf ältere Menschen beschränkt und überdies mit der Einführung verbesserter Diagnoseverfahren wie der Computertomographie einhergeht. Dagegen ist die Hirntumorrate seit 1984 mit der Einführung der Mobiltelefone stabil geblieben oder sogar leicht zurückgegangen.

Bei der Veröffentlichung handelt es sich um das dritte Zwischenergebnis der Interphone-Studie. Für diese Studie erforschen Teams aus 13 Ländern den Zusammenhang zwischen Mobiltelefon-Nutzung und dem Risiko von Hirntumoren. Eine abschließende Beurteilung steht noch aus.

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