Ärzte Zeitung, 28.02.2005

Wachstumsfaktor gibt Granulozyten eine Kraftspritze

SEVILLA (rom). Wachstumsfaktoren gehören zu jeder Intensiv-Chemotherapie, bei der mit einer Neutropenie zu rechnen ist. Das hat Dr. David Dale von der Universität Washingtons in Seattle auf der internationalen Tagung zu febriler Neutropenie in Sevilla in Spanien betont.

Sowohl der Wachstumsfaktor GM-CSF für Granulozyten und Makrophagen als auch G-CSF für Granulozyten haben das Potential, eine Abnahme der Granulozytenmenge im Blut unter das kritische Niveau von 1000 pro Mikroliter zu verhindern.

Nach Angaben von Dale belegen die Ergebnisse mehrerer randomisierter Studien, daß die Injektion von Filgrastim (G-CSF, Neupogen®) am Tag nach Chemotherapie-Beginn febrile Episoden oder mikrobielle Infektionen verhindert. Der Grund: Mit dem Wachstumsfaktor erhielten neutrophile Granulozyten quasi eine Kraftspritze, so Dale.

Aktuelle Vergleichsstudien belegen, daß die pegylierte Weiterentwicklung von Filgrastim, Pegfilgrastim (Neulasta®), noch besser in der Prävention der Neutropenie abschneidet als das Vorläufermedikament.

Der Vorteil des langsamer verstoffwechselten Wachstumsfaktors besteht auch darin, daß bereits eine Einzeldosis mit 100 µg/kg Pegfilgrastim dieselbe Erholungswirkung auf die Neutrophilenzahlen ausübt wie elf tägliche Injektionen mit 5 µg/kg Filgrastim. Der Wissenschaftler vermutet darüber hinaus einen synergistischen Effekt des Wachstumsfaktors mit Antibiotika.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

15:57 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »