Ärzte Zeitung, 14.04.2005
Patient mit Astrozytom. Koronare (oben) und sagittale Aufnahmen mit PET (farbig) und MRT. Der Tumor befindet sich jeweils im Markierungskreuz, ist aber nur in den PET-Aufnahmen gut erkennbar. Foto: Forschungszentrum Jülich

Radioaktive Aminosäure läßt Hirntumoren aufleuchten

Ärzte entwickeln verbessertes PET-Verfahren

JÜLICH/DÜSSELDORF (mut). Hirntumoren lassen sich mit einem modifizierten bildgebenden Verfahren jetzt deutlich besser darstellen als mit herkömmlicher Magnetresonanz-Tomographie (MRT), teilen Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und der Uniklinik Düsseldorf mit.

Bei dem veränderten Verfahren wird Patienten radioaktives L-Thyrosin injiziert. Die Aminosäure reichert sich vermehrt in aktivem Tumorgewebe an. Die Tumoren lassen sich dabei gut mit Positronen-Emissions-Tomographie (PET) darstellen. Das Verfahren wird mit MRT-kombiniert.

Ergeben PET und MRT einen positiven Befund, haben die Patienten mit 97prozentiger Wahrscheinlichkeit tatsächlich einen Hirntumor. Mit MRT alleine ist dies nur bei der Hälfte der Patienten mit positivem Befund der Fall, haben Biopsien bei 31 Personen mit Hirntumor-Verdacht ergeben. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Zeitschrift "Brain" (128, 2005, 678) veröffentlicht.

Mit dem Verfahren ließen sich Biopsien und Therapien von Hirntumor-Patienten besser planen als bisher, so die Forscher. Die Strahlenbelastung durch die kurzlebige radioaktive Aminosäure sei nicht höher als bei einer Röntgen-Untersuchung. Das modifizierte Verfahren ist bisher allerdings noch nicht zugelassen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Herpesviren könnten mit einer Alzheimererkrankung zusammenhängen. Eine Reaktivierung der Viren könnte die Krankheit befeuern. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »