Ärzte Zeitung, 16.06.2005

Ohne Kontrastmittel geht beim Röntgen kaum was

15 Millionen CT-Untersuchungen mit Kontrastmittel in Europa pro Jahr / Jubiläum für Iopromid

BERLIN (gvg / gwa). Kontrastmittel zur intravenösen Applikation sind aus der Radiologie heute nicht mehr wegzudenken. Ohne sie würden Gefäßverschlüsse unsichtbar bleiben, etwa bei Schlaganfällen, und oft auch Tumoren, zum Beispiel in der Leber. Und auch moderne Untersuchungen wie Dünnschicht-CT oder Ganzkörperscans wären ohne sie kaum vorstellbar.

Kontrastmittel-CT vom Gehirn: Der Verschluß der A. media (Pfeil) wäre ohne KM nicht erkennbar. Foto: All. Krkhs. Altona

Eines der erfolgreichsten dieser Kontrastmittel (KM) ist Iopromid, das von dem Unternehmen Schering unter dem Namen Ultravist® im Jahr 1985 eingeführt worden ist.

Computertomographien (CT) sind diejenigen Röntgenuntersuchungen, bei denen am häufigsten KM verwendet werden. Der Grund: Man kann damit Gewebe, die ohne KM ähnlich dicht abgebildet werden, besser voneinander unterscheiden.

Ein Beispiel sind Tumoren in der Leber, die sich mit KM besser vom Lebergewebe abheben. Dabei nutzt man, daß Gewebe unterschiedlich durchblutet und so von KM unterschiedlich durchströmt werden. Auch Gefäßlumen sind mit KM deutlich sichtbar.

Wie wichtig KM-verstärkte CT geworden sind, belegte Professor Günter Stock vom Unternehmen mit Zahlen: In Europa gab es 1995 etwa sechs Millionen KM-CT, derzeit sind es über 15 Millionen. In den USA stiegen sie von zehn auf 25 Millionen. Lediglich Japan hielt seine Quote bei etwa fünf Millionen relativ konstant, so Stock auf einem Symposium des Unternehmens in Berlin.

Die Zukunft der CT sahen die versammelten Spezialisten beim Einsatz zur gezielten Prävention und Früherkennung. Nur ein Beispiel sind Patienten mit erhöhten kardiovaskulären Risiken.

Professor Bernd Hamm, Direktor des Instituts für Radiologie der Charité Berlin, erwartet für die Zukunft, daß immer mehr Patienten eine Ganzkörper-CT bekommen. Unfall- und Krebspatienten sowie Patienten mit Atherosklerose sind für ihn die drei wichtigsten Gruppen, die davon profitieren können.

"Früher brauchten wir nach einem Unfall manchmal Stunden für die Diagnostik", so Hamm. Ein Ganzkörperscan mit modernen CT-Geräten sei dagegen heute eine Sache von unter 30 Sekunden.

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