Ärzte Zeitung, 28.06.2005

Hohe Ansprechraten mit Doxorubicin-Kombi bei Ovarial-Ca

63 Prozent der Frauen mit Spätrezidiven sprachen auf pegyliertes Doxorubicin plus Carboplatin an / Komplette Remission bei 38 Prozent

MÜNCHEN (sto). Selbst bei optimaler Therapie bekommen 20 Prozent der Frauen mit einem fortgeschrittenen Ovarialkarzinom innerhalb von sechs Monaten nach der Erstbehandlung ein Rezidiv. Weitere 25 Prozent bekommen innerhalb eines Jahres einen Rückfall. Es gibt jedoch Fortschritte bei der Rezidivtherapie.

Darauf hat Professor Jacobus Pfisterer von der Universitätsfrauenklinik in Kiel hingewiesen.

Für Frauen, die bei der ersten Behandlung auf eine Platin-Taxan-haltige Chemotherapie mit einer Remission angesprochen haben, gibt es seit einem Jahr für die Rezidivbehandlung zwei Platin-haltige Kombinationstherapien, entweder mit Paclitaxel oder mit Gemcitabin.

Beide Therapien sind effektiv, unterscheiden sich jedoch bei den unerwünschten Wirkungen, wie Pfisterer bei einer Veranstaltung des Unternehmens Essex Pharma in München gesagt hat.

Erste Erfolge gibt es nun auch mit der Kombination aus pegyliertem liposomalem Doxorubicin (Caelyx) und Carboplatin. In einer französischen Studie mit 105 Frauen mit Ovarialkarzinom-Spätrezidiven wurde mit dieser Kombination jetzt eine Gesamtansprechrate von 63 Prozent erreicht. 38 Prozent der zuvor behandelten Frauen erreichten sogar eine komplette Remission. Die mittlere progressionsfreie Lebenszeit betrug 9,4 Monate, die mediane Gesamtüberlebenszeit 32 Monate.

Bei den unerwünschten Wirkungen war die hämatologische Toxizität mit 51 Prozent am häufigsten. Nicht-hämatologische Toxizitäten waren relativ selten. Zwölf Prozent der Frauen bekamen Haarausfall, sieben Prozent litten unter neurotoxischen unerwünschten Wirkungen.

Aufgrund der guten Ergebnisse werden jetzt in der gerade angelaufenen multinationalen, randomisierten Calypso-Studie die Kombinationen Carboplatin/Paclitaxel und Carboplatin/Caelyx bei insgesamt 560 Patientinnen mit platinsensiblen Ovarialkarzinom-Rezidiven auf Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüft. Nach Ansicht von Pfisterer könnte die neue Kombination eine echte Alternative zu den beiden anderen Kombinationstherapien sein. Erste Ergebnisse werden in drei bis vier Jahren erwartet.

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